Bayerns Ärztekammerpräsident bemängelt Teststrategie

München – Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, hat die Teststrategie der bayerischen Staatsregierung kritisiert. Die Testungen seien Momentaufnahmen und sagten nichts über eine schon morgen mögliche Ansteckung eines Menschen aus, heißt es in einem Beitrag Quitterers im Bayerischen Ärzteblatt.
Statt der ungezielten, kostenlosen Testung Gesunder sollten seiner Ansicht nach vielmehr Tests für Lehrer und Erzieherinnen, Pfleger und Ärzte Priorität haben. Zudem sprach er sich für ein Konzept der Politik für eine „gestaffelte Verimpfung“ eines möglichen Coronaimpfstoffes aus. Vermutlich werde es „nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen“ für alle Bürger geben.
Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) verteidigte die Teststrategie der Staatsregierung. Es sollten nicht ungezielt Gesunde getestet werden, erklärte sie. „Vielmehr gehen wir systematisch vor und bieten zugleich allen Menschen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, die Möglichkeit dafür. Dies kann niemand ernsthaft kritisieren.“ Symptomatische Verdachtsfälle sollten genauso mit Vorrang getestet werden wie Lehrer oder Erzieher sowie Menschen in Altenheimen.
In Bayern können sich alle Bürger bislang auch ohne Symptome bei Bedarf mehrfach kostenlos auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus testen lassen. Zudem gibt es für Einreisende an Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen Testzentren, an denen auch Personen, die nicht in einem Risikogebiet waren, kostenlose Tests bekommen.
Huml betonte, es sei aus ihrer Sicht weiter „absolut sinnvoll“, an den Tests in Bayern festzuhalten. Bis Ende August seien im Freistaat 319.459 Tests bei Reiserückkehrern durchgeführt und dabei 4.087 Infektionen erkannt worden.
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