Ausland

Behörden im Jemen rufen wegen Cholera den Notstand aus

  • Montag, 15. Mai 2017

Sanaa – Angesichts der rasanten Ausbreitung der Cholera im Bürgerkriegsland Jemen hat das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Sanaa den Notstand ausgerufen. Die Behörden seien nicht mehr in der Lage, die Katastrophe einzudämmen, erklärte das Ge­sundheitsministerium am späten Sonntagabend. In den vergangenen zwei Wochen habe es mehr als 2.500 Cholerafälle gegeben. Das Ministerium rief Hilfsorganisationen auf, rasch Unterstützung zu leisten.

Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind in den ver­gan­ge­nen zwei Wochen im Jemen 115 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben. Rund 8.500 Menschen im Land seien erkrankt. IKRK-Direktor Dominik Stillhart warnte vor einer „katastrophalen humanitären Lage“ in Sanaa.

Es ist bereits der zweite Cholera-Ausbruch in weniger als einem Jahr im Jemen, dem ärms­ten arabischen Land. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht mit Blick auf den Jemen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.

Im bettelarmen Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel tobt ein Bürgerkrieg. Schiiti­sche Huthi-Rebellen haben große Teile des Landes unter Kontrolle gebracht, da­runter die Hauptstadt. Mehr als zehn Millionen Menschen sind den UN zufolge akut auf Hilfe angewiesen, mehr als 14 Millionen Jemeniten haben nicht genug zu essen. Die Epi­demie war im Jemen im Oktober 2016 ausgebrochen, weil es an sauberem Trinkwasser fehlt.

afp/dpa

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