Bis 2050 eine Million Pflegebedürftige in Bayern erwartet

München – In Bayern dürfte die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 deutlich ansteigen. Nach einem Bericht des Gesundheitsministeriums (STMGP) werden bis zur Mitte des Jahrhunderts fast eine Million Menschen (980.000) im Freistaat auf Pflege angewiesen sein. Ende 2023 waren es noch 631.000.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) sieht die Staatsregierung auf Kurs, um rechtzeitig vorzusorgen. Man baue zukunftsfeste Pflegestrukturen im Freistaat auf, sagte sie nach einer Kabinettssitzung. Über ein Förderprogramm seien in den Jahren von 2020 bis 2025 fast 8.900 Pflegeplätze geschaffen oder modernisiert worden.
Darunter seien auch mehr als 1.900 Plätze in Tagespflegeeinrichtungen, rund 620 Pflegeplätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften und 320 Kurzzeitpflegeplätze. Dafür habe man 410 Millionen Euro investiert. Zudem unterstütze man die häusliche Pflege und pflegende Angehörige mit einem eigenen Förderprogramm mit einem Umfang von 18,7 Millionen Euro seit 2023.
Und auch bei der Gewinnung und Sicherung von Fachkräften gebe es eine positive Entwicklung, hieß es. Sowohl in der Pflegeausbildung als auch im generalistischen Pflegestudium steige die Zahl der Auszubildenden.
So habe es im Freistaat allein in diesem Jahr einen Anstieg von rund zehn Prozent an Auszubildenden in der generalistischen Pflegeausbildung gegeben. Bei der Pflegefachhelferausbildung liege das Plus der Schülerzahlen bei 13 Prozent. Zudem sei mit einer „Fast Lane“ das Anerkennungsverfahren für Pflegekräfte sowie Pflegefachhelfer aus dem Ausland erfolgreich beschleunigt worden.
Gleichzeitig fordert die Staatsregierung vom Bund, möglichst rasch ein Konzept für eine Pflegereform vorzulegen, mit der die Pflegeversicherung nachhaltig zukunftsfest und generationengerecht gestaltet wird. Dabei müsse die Bundesregierung für eine gerechtere Finanzierung sorgen, betonte Gerlach.
„Wir müssen die Pflegeversicherung jetzt nachhaltig und generationengerecht ausgestalten“, sagte sie. Die Finanzierung der Pflegeversicherung müsse gesichert sein, ohne den Beitragszahler und den Steuerzahler zu überfordern und ohne die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen allein zu lassen.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission müsse nun rasch ihre Vorschläge für eine entsprechende Struktur- und Finanzreform vorlegen.
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