Hochschulen

Charité und Vivantes in Berlin mit deutlichen Verlusten

  • Donnerstag, 16. Mai 2024
/picture alliance, imageBROKER, Schoening
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Berlin – Berlins Universitätsklinik Charité und der kommunale Krankenhauskonzern Vivantes verzeichnen für das vergangene Jahr jeweils ein sehr deutliches Minus. Das geht aus den aktuellen Bilanzen hervor.

Bei der Charité ergibt sich dem gestern veröffentlichen Jahresbericht zufolge für 2023 ein Fehlbetrag in Höhe von 134,6 Millionen Euro. Die Gesamteinnahmen werden mit rund 2,6 Milliarden Euro beziffert, einschließlich Drittmitteln und Investitionszuschüssen. Der Tagesspiegel berichtete kürzlich, es handle sich um das höchste Defizit der Charité-Geschichte.

Das Minus ist auch wesentlich größer als in den Jahren 2022 und 2020, in denen bereits Fehlbeträge verzeichnet worden waren: in Höhe von 2,0 beziehungsweise 1,3 Millionen Euro. 2021 hingegen war mit einem Plus von 7,8 Millionen Euro abgeschlossen worden.

In den Jahren vor der Coronapandemie waren die positiven Jahresergebnisse der Charité bereits immer weiter geschrumpft, von 7,6 auf 0,1 Millionen Euro von 2014 bis 2019.

Das stark negative Jahresergebnis sei auch ein Resultat aus den sehr schwierigen Rahmenbedingungen, wie etwa den Preissteigerungen bei Produkten, Tarifen und insbesondere Energiekosten, wird das Charité-Vorstands­mit­glied für Finanzen und Infrastruktur, Astrid Lurati, im Jahresbericht zitiert.

Daneben gibt es Lurati zufolge aber auch interne Themen, die die Ergebnisentwicklung geprägt hätten, „wie zum Beispiel die mühsame Rückkehr zu einer Bettenauslastung auf präpandemischem Niveau aufgrund des Pflege­fachkräftemangels“. Sie verwies zudem auf eine strukturelle Unterfinanzierung der Krankenhaus- und Universi­tätsmedizinlandschaft.

Als Ziel für 2024 gibt Lurati in dem Bericht ein niedrigeres negatives Jahresergebnis aus. „Das wollen wir durch weitere Leistungssteigerungen erreichen.“ Die Charité umfasst mehr als 100 Kliniken und Institute und ist einer der größten Arbeitgeber Berlins. Konzernweit arbeiteten dort 2023 durchschnittlich rund 23 500 Menschen.

Vivantes ebenfalls deutlich im Minus

Das Minus beim Klinikkonzern Vivantes fällt in einer ähnlichen Größenordnung aus wie das der Charité: Der Fehlbetrag liegt bei einem Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden Euro bei 131 Millionen Euro, wie Vivantes heute bekanntgab. Das Ergebnis falle damit aber noch besser aus als geplant.

„Das vergangene Geschäftsjahr war abermals geprägt von erheblichen Kostensteigerungen im operativen Betrieb bei wieder nicht vollständiger Refinanzierung durch die Kostenträger“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsfüh­rung, Johannes Danckert. Das habe Vivantes ebenso wie die gesamte Branche vor große Herausforderungen gestellt.

Zu Vivantes gehören in Berlin acht Kliniken und ein Fachkrankenhaus für Geriatrie. Vivantes ist nach eigenen Angaben der größte komunale Klinikträger hierzulande. Verzeichnet wurden 2023 gut 19.200 Beschäftigte.

ggr

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