Politik

Cyberkriminalität: Schutz digitaler Daten wird immer anspruchsvoller

  • Mittwoch, 22. November 2017
/Tomasz Zajda, stock.adobe.com
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Berlin – Der Abteilungsleiter Risikomanagement des Bundesamtes für Bevölkerungs­schutz und Katastrophenhilfe, Wolfram Geier, hat auf die Sicherheitsrisiken hinge­wiesen, die die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen mit sich bringt. „Die IT hat viele Vorteile, das ist keine Frage“, sagte er heute auf einem Symposium des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin. „Es gibt aber auch Nachteile: Wir erhöhen durch den  Einsatz von IT die Komplexität unseres Lebens und damit auch unsere Verletzlichkeit.“ Das müsse beim Einsatz von IT immer mitgedacht werden. Und die IT entwickle sich rasant weiter.

Häufig würden Krankenhäuser angegriffen, um sie dann zu erpressen, sagte Geier. Doch auch andere Bereiche des Gesundheitswesens böten Ziele für Cyberkriminalität: Die Leitstellen von Rettungsdiensten, mit WLAN-Schnittstellen ausgestattete Rettungs­wagen, die Telemedizin, aber auch niedergelassene Ärzte.  

„Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter“

„Bei einem Angriff müssen nicht immer Schäden entstehen“, sagte Geier. „Es kann auch der Sinn eines Angriffs sein zu demonstrieren, welcher Schaden angerichtet werden könnte, um damit eine Erpressung zu begründen.“ Zum Beispiel würden die Stadtwerke regelmäßig auf diese Weise erpresst. Dabei gehe es nicht um große Summen. Aber diese Art der Kriminalität sei mittlerweile zum Alltag geworden. Auch viele Cyber­angriffe auf Krankenhäuser kämen gar nicht ans Licht.

Geier riet dazu, in eine gute IT-Sicherheit zu investieren. „Segmentieren Sie, nehmen Sie Wichtiges vom Netz und speichern Sie Inhalte auch analog, damit Sie bei einem Ausfall handlungsfähig bleiben“, sagte er. „Und sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig für die Gefahren.“

Der Bund habe bereits mit einigen Strategien reagiert, so Geier, unter anderem mit der Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen (Kritis). Darin wurden Kranken­häuser als versorgungskritische Infrastrukturen festgelegt, die mindestens 30.000 vollstationäre Behandlungsfälle pro Jahr haben. Geier kritisierte diese Verordnung. „Kleinere Krankenhäuser in ländlichen Regionen fallen nicht darunter, obwohl sie dort für die Region eine große Bedeutung haben“, sagte er. „Auch sie sollten unterstützt werden. Da gibt es unbedingt Nachholbedarf.“ 

Krankenhäuser speichern ihre Daten bei Amazon

Auf der Hauptversammlung des Hartmannbundes am vergangenen Freitag sprach auch der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesund­heitswesen, Ferdinand Gerlach, über dieses Thema. Amazon verdiene mit seinen Cloudanwendungen heute mehr Geld als mit seinem Vertrieb, sagte er. Denn große Krankenhäuser hätten schon ihre Daten in die Cloud von Amazon gestellt, mit der Begründung, dass sie es alleine nicht mehr schafften, ihre Daten vor Angriffen zu schützen. Und die AOK Hessen habe ihre Daten in das Cyber Defense Center der Deutschen Telekom gestellt, in dem 1.000 Mitarbeiter damit beschäftigt seien, die Daten gegen Angriffe zu schützen.

fos

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