Politik

Deutsche legen großen Wert auf ausreichenden Schutz ihrer Gesundheitsdaten

  • Donnerstag, 2. November 2017
/georgejmclittle, stock.adobe.com
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Berlin – Die Mehrheit der Deutschen ist digitalen Gesundheitsservices gegenüber aufgeschlossen, legt aber großen Wert auf ausreichenden Schutz der persönlichen Gesundheitsdaten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der BKK Dachverband für seinen diesjährigen Gesundheitsreport geführt hat.

Digitalisierung: Auswirkungen auf die Medizin

Demnach wollen 79 Prozent der Befragten selbst bestimmen, wer ihre Gesundheits­daten einsehen kann, 82 Prozent finden es wichtig, dass diese vor Missbrauch geschützt werden. Jeder Dritte (33 Prozent) sieht diesbezüglich noch Handlungsbedarf. Vor allem private Unternehmen wie Pharmakonzerne oder IT-Dienstleister müssen noch um das Vertrauen der Befragten kämpfen.

Deutliche Mehrzahl würde Daten an Kassen übertragen

Trotzdem würden 85 Prozent der Befragten Serviceangebote wie die digitale Über­mittlung von Meldungen an die Krankenkasse (58 Prozent), automatisierte Erinnerun­gen für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen (43 Prozent) oder die digitale Gesundheitsakte (41 Prozent) nutzen. Vor allem Frauen und jüngere Menschen äußer­ten Interesse an derartigen Angeboten.

Allerdings hängt die Nutzungsbereitschaft auch vom individuellen Gesundheitszustand der Befragten ab: Wer häufiger krank ist, steht digitalen Serviceangeboten besonders offen gegenüber. So würden 72 Prozent dieser Gruppe die digitale Meldung an die Krankenkasse, 62 Prozent Erinnerungsfunktionen für Vorsorge und Impfungen nutzen. Rund ein Drittel (31 Prozent) wäre sogar bereit, an Onlinebehandlungen von Krank­heiten (zum Beispiel bei psychischen Beschwerden, Diabetes, Tinnitus) teilzunehmen.

Gleichzeitig wird mit steigender Zahl an Krankheiten aber auch das Thema Daten­schutz deutlich relevanter. Rund 90 Prozent der Befragten mit mehr als vier Erkran­kungen im Vorjahr halten Datenschutz und Datenhoheit für besonders wichtig. Fast jeder Zweite (46 Prozent) aus dieser Gruppe vertritt zudem die Ansicht, dass aktuell nicht genügend für den Datenschutz getan wird.

hil/sb

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