Vermischtes

Drei europäische Länder erreichen HPV-Impfquote von 90 Prozent bei Mädchen – Deutschland bei 55 Prozent

  • Dienstag, 21. April 2026
/Kt Stock, stock.adobe.com
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Solna – Alle Länder im europäischen Wirtschaftsraum – also die EU plus Island, Liechtenstein und Norwegen – empfehlen mittlerweile eine Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für Mädchen und Jungen. Das berichtet das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) anlässlich der Europäischen Impfwoche 2026. Diese findet vom 19. bis 25. April statt.

„Fünfzehn Jahre nach Einführung der HPV-Impfprogramme in Europa bestätigt eine wachsende Zahl von Belegen, dass die HPV-Impfung bei der Prävention von Gebärmutterhalskrebs hochwirksam ist“, berichtet das ECDC.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) die HPV-Impfung für alle Kinder ab dem Alter von neun Jahren bis zum Alter von 14 Jahren. Zwei Impfdosen sind notwendig. Das Nachholen der Impfung empfiehlt die STIKO für ungeimpfte Jugendliche bis zu ihrem 18. Geburtstag. 

In drei Ländern sind laut dem ECDC-Bericht 90 Prozent der Mädchen zweimal geimpft, nämlich in Island, Portugal und Norwegen. In sieben Ländern haben 90 Prozent oder mehr der 15-jährigen Mädchen zumindest eine HPV-Impfung erhalten, nämlich in Dänemark, Island, Malta, Norwegen, Portugal, Spanien und Schweden. Im Zeitraum von 2020 bis 2024 war Portugal das einzige Land, das durchgehend 90 Prozent bei der ersten und letzten Dosis der HPV-Impfung erreichte.

In Deutschland haben laut dem Bericht knapp 70 Prozent der 15-jährigen Mädchen mindestens eine Impfung erhalten und rund 55 Prozent beide Impfungen. Dieser Wert stagniert seit drei Jahren.

Im Jahr 2021 hat die Europäische Kommission den „Europe’s Beating Cancer Plan“ ins Leben gerufen.  Er strebt eine Impfquote von 90 Prozent HPV bei Mädchen und einen deutlichen Anstieg der Impfquote bei Jungen an, flankiert von verstärkten Vorsorgeprogrammen.

Gleichzeitig hat die „Roadmap zur beschleunigten Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa auf die globalen sogenannten 90/70/90-Ziele ausgerichtet, die bis 2030 erreicht werden sollen: 90 Prozent der Mädchen sollen bis zum Alter von 15 Jahren vollständig geimpft sein, 70 Prozent der Frauen sollen mit einem hochleistungsfähigen Test untersucht werden und 90 Prozent der Frauen mit Gebärmutterhalskrebs sollen eine angemessene Behandlung erhalten.

„Jedes Land in Europa sollte die 90–70–90-Ziele bis 2030 erreichen, um auf dem richtigen Weg zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs im Laufe des nächsten Jahrhunderts zu sein“, hieß es aus dem ECDC. Die Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs ist definiert als eine Inzidenzrate unter 4/100.000. 

Der ECDC-Bericht zeigte, dass Impfprogramme und die Gestaltung des Gesundheitssystems entscheidende Faktoren sind, um eine hohe HPV-Impfquote zu erreichen. So zeigten beispielsweise Erkenntnisse aus ganz Europa, dass schulbasierte Impfprogramme besonders wirksam sind und tendenziell eine höhere Durchimpfungsrate bei Mädchen und bei Jungen erzielen.

Um die Überwachung und das Handeln zu unterstützen, stellt das ECDC eine neue Übersicht vor, welche die Durchimpfungsraten für HPV und andere durch Impfungen vermeidbare Infektionen wie Hepatitis B, Masern und Röteln anzeigt. Das Dashboard bietet einen aktuellen Überblick über die Leistung von Impfprogrammen in Europa. 

hil

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