„Dringliche Überweisung“ kann Wartezeiten reduzieren
Saarbrücken – Sogenannte Dringlichkeitsüberweisungen können die Wartezeit auf einen Facharzttermin deutlich verkürzen. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Saarland im Rahmen eines Modellprojektes ermittelt. Dabei erprobten Land und KV das Konzept der Dringlichkeitsüberweisung über einen Zeitraum von sechs Monaten. Insgesamt konnte durch das Instrument die durchschnittliche Überweisungsdauer um mehr als 56 Prozent beschleunigt werden.
Insgesamt untersuchte die Studie 4.641 Überweisungsvorgänge, waren 88,4 Prozent normale, 11,6 Prozent dringende Überweisungen. Während die durchschnittliche Überweisungsdauer normaler Überweisungen bei rund 13 Tagen lag, bekamen Patienten mit einer dringenden Überweisung ihren Facharzttermin im Schnitt bereits nach 5 bis 7 Tagen. Dabei wurde bei dringlichen Überweisungen zusätzlich zwischen zwei Dringlichkeitsstufen unterschieden. Wurden Patienten mit „hoher Dringlichkeit“, konnten sie bereits nach knapp vier Tagen beim Facharzt vorstellig werden.
„Das Instrument der dringlichen Überweisung senkt die Wartezeiten auf einen Facharzttermin deutlich. Dieses einfache Verfahren der KV stellt damit eine patientenorientierte und bedarfsgerechte Termin-Koordination zwischen Haus- und Fachärzten sicher und erweist sich als hoch wirksamer Überweisungsbeschleuniger“, unterstrich Martin Dietrich von der Universität des Saarlandes, der das Modellprojekt wissenschaftlich begleitete. Vor diesem Hintergrund forderte Landesgesundheitsminister Andreas Storm (CDU) im künftigen Versorgungsstärkungsgesetz die Vorgabe von „ Öffnungsklauseln zum Erhalt regionaler Strukturen“.
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