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Drogeriekette dm plant Herz-Kreislauf-Checks

  • Freitag, 21. August 2026
/picture alliance, Uli Deck
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Karlsruhe – Trotz anstehender Prozesse zu Gesundheitsdienstleistungen möchte die Drogeriemarktkette dm ihr Angebot ausbauen – und auf den Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausweiten. „Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland“, sagte Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing und Beschaffung.

Mittlerweile sei die technologische Entwicklung so weit, dass man mit Sensorik viele Vitaldaten und Parameter ohne größeren Aufwand zuverlässig erfassen könne. Dafür reiche es beispielsweise, sich angezogen in eine Kabine zu stellen.

Einen genauen Termin für die Einführung eines solchen Angebots nannte Bayer nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass wir noch in diesem Kalenderjahr an den Start gehen.“ Unklar blieb zunächst auch, mit welchem Partner das Karlsruher Unternehmen hierbei zusammenarbeiten wolle.

Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) erachtet die Ankündigung sehr kritisch. Es dürfe nicht unstrukturiert und ohne Fachwissen versucht werden, Prävention zu betreiben, sagte der Bundesvorsitzende Norbert Smetak. „Das sollte man besser in die Praxen holen.“ Weniger fürchte er Konkurrenz – aber am Ende entstehe ein Bedarf, der gar nicht nötig sei.

Wichtiger sei es, in den Praxen gezielt zu schauen, welche Untersuchungen sinnvoll seien, welche Hintergründe jemand habe und welche Vorgeschichte es in der Familie. „Da gehört mehr dazu, als nur einen Test zu machen“, so Smetak.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) teilte mit, dass nach ihrem Kenntnisstand automatisierte digitale Messkabinen unabhängig von dm aktuell in der klinischen Praxis getestet würden. „Diese Testphase ist unseres Wissens noch nicht abgeschlossen.“

Ob das geplante Angebot von dm diese Art von Messkabinen meint, sei der DGK nicht bekannt. „Grundsätzlich ist es in jedem Fall wichtig, dass sich Menschen mit Verdacht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ärztliche Beratung und gegebenenfalls in Behandlung begeben, da es sich um schwerwiegende Erkrankungen handeln kann, mit denen man nicht leichtfertig umgehen sollte.“

Vor rund einem Jahr hatte dm angefangen, in ausgewählten Pilotfilialen Haut- und Blutanalysen oder Augenscreenings anzubieten.

Bei den Augenscreenings geht Bayer zufolge schon bald eine zweite Testphase los: Sowohl in ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein, in denen es vergleichsweise wenige Augenärzte gebe, als auch in Großstädten wolle dm schauen, wie das Angebot dort jeweils angenommen werde. Die Zahl der Filialen, die ein solches Augenscreening anbieten, solle von derzeit acht auf 30 steigen. Die Umbauarbeiten seien für Ende August und September geplant.

Die Analyse von Blutwerten sei im Moment ausgesetzt, habe sich aber als ein relevantes Angebot für Kundinnen und Kunden erwiesen, sagte Bayer. „Das will dm stärker selbst in die Hand nehmen.“ Mit Blick auf die Hautuntersuchungen gehe es aktuell vor allem darum, die Vermittlung an einen Onlinehautarzt zu verbessern. Verbände von Haut- und Augenärzten hatten die Angebote kritisiert.

Die Wettbewerbszentrale ist sogar wegen des Augenscreenings vor Gericht gezogen. Der Verein, der unter anderem Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertritt, verlangt unter anderem, dass dm in den Filialen kein Augenscreening zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote nicht bewirbt.

Am 9. September will hierzu das Landgericht Karlsruhe verhandeln. Am Düsseldorfer Landgericht ist im November ein weiterer Prozess angesetzt. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm.

dpa

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