E-Logbuch wird in der Weiterbildung immer stärker angenommen

Hannover – Das elektronische Logbuch zur Dokumentation der Weiterbildung wird seit der Einführung rege genutzt. Bis Ende April wurden 144.245 E-Logbücher von Weiterzubildenden angelegt, 66.643 von Weiterbildungsbefugten.
Aktiv genutzt werden allerdings weniger: Laut der Statistik, die den Delegierten auf dem 130. Deutschen Ärztetag in Hannover vorgestellt wurde, sind in 52 Prozent der Logbücher keine Daten vorhanden. Die, die die elektronische Dokumentation der Weiterbildung nutzen, befüllen sie in 33 Prozent der Fälle in unterschiedlichem Umfang. 15 Prozent der Akten sind vollständig befüllt.
Insgesamt könne man aber seit Dezember 2025 einen deutlichen Anstieg der Nutzung feststellen. „Immerhin 20.000 Logbücher sind jedoch zu 100 Prozent schon gefüllt. Und diejenigen, die dabei sind, es zu befüllen, tun das stetig“, berichtete Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein.
„Insofern ist das Logbuch etabliert und darauf, dass wir das erreicht haben, kann man auch ein bisschen stolz sein.“ In vielen Kammern sei das Logbuch „Standard zur digitalen Dokumentation der Weiterbildung“, hieß es im Vortrag der beiden.
Neue Funktionen seien bereits geschaffen worden und weitere sollen folgen, sagte Johannes-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL). So könnten nun beispielsweise übergreifende Weiterbildungsinhalte der Gebiete Innere Medizin und Chirurgie importiert werden.
In diesem Jahr sollen auch Stellvertretende von Weiterbildungsbefugten Inhalte bestätigen können. Geben soll es auch eine automatisierte Erinnerungsfunktion bei längerer Nichtbearbeitung des E-Logbuchs. Darüber hinaus sollen die Mitteilungsfunktion ausgebaut und Plausibilitätsprüfungen bei der Bestätigung von Inhalten eingeführt werden. „So kann das Logbuch auch ein Kommunikationsmedium werden“, erklärte Gehle.
Im Aufbau sei zudem die Statistikfunktion, mit der bereits jetzt aggregierte Daten zu Geschlecht, Kammergebiet und angestrebter Qualifikation abgerufen werden. Perspektivisch solle auch ein Vergleich zwischen tatsächlicher Weiterbildungsdauer und Mindestweiterbildungszeit möglich sein.
Damit könnten auch Daten der unterschiedlichen Weiterbildungszeiten zwischen Ärztinnen und Ärzten erhoben werden. Aus den ersten vollständig befüllten Logbüchern lasse sich bereits für den Facharzt Allgemeinmedizin eine unterschiedliche Weiterbildungszeit von elf Monaten zwischen Männern und Frauen feststellen. So brauchten Frauen 66 Monate bis zur Facharztprüfung, Männer 55 Monate.
Mit der Statistikfunktion könne man einen guten Einblick in das Weiterbildungsgeschehen bekommen, zudem helfe eine solide Datenbasis auch bei der Verbesserung der Weiterbildung. Dafür sei es aber notwendig, dass die E-Logbücher vollständig ausgefüllt würden, betonten Gehle und Herrmann.
Die Delegierten wollen ebenso einen weiteren Ausbau des E-Logbuches und beschlossen das Implementieren einer Checkliste für das Weiterbildungsgespräch. Auch solle die technische Weiterentwicklung „kontinuierlich“ fortgeführt werden. Auch soll eine „transparente Nutzerbefragung zur Serviceorientierung“ sowie eine Evaluation zur Anwendungszufriedenheit regelmäßig stattfinden. Diese Ergebnisse sollen transparent kommuniziert werden, heißt es in einem Antrag.
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