Entscheidung über Organspendereform erst im kommenden Jahr

Berlin – Der Bundestag wird nicht mehr in diesem Jahr über eine Reform in der Organspende entscheiden. Darauf haben sich die beiden Abgeordnetengruppen im Bundestag verständigt, wie die SPD heute auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes bestätigte.
Demnach soll eine Entscheidung des Parlaments in der ersten Sitzungswoche Mitte Januar angestrebt werden. Einen genauen Termin gebe es aber noch nicht, hieß es weiter. Eigentlich waren Abschlussdebatte und Beschluss des Bundestages noch für dieses Jahr vorgesehen.
Die Gruppe um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den SPD-Experten Karl Lauterbach (SPD), die eine Widerspruchslösung vorschlägt, habe jedoch wegen Änderungsanträgen noch einmal um Terminverschiebung gebeten, berichtet der Tagesspiegel.
Dem habe die andere Gruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Linken-Vorsitzende Katja Kipping zugestimmt. Nach deren Antrag soll eine Organentnahme ohne ausdrücklich geäußerten Willen des Spenders auch künftig nicht möglich sein. Allerdings soll die Spendebereitschaft regelmäßig bei Behörden oder beim Arzt erfragt werden.
Die Abgeordneten um Spahn und Lauterbach dagegen regen an, künftig bei allen Bürgern eine Organentnahme zu erlauben, die dem nicht vorher widersprochen haben. Beide Vorschläge zielen darauf ab, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Der Ausgang der Abstimmung ist bislang völlig offen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: