Vermischtes

Erste Berliner Schule schließt wegen Coronainfektion

  • Donnerstag, 13. August 2020
/Halfpoint, stock.adobe.com
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Berlin – In Berlin hat die erste Schule kurz nach Schulstart wegen eines möglichen Co­ronafalls zunächst wieder geschlossen. Es handelt sich um das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Ortsteil Friedrichshagen.

Eine Lehrkraft habe angegeben, positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden zu sein, teilte der Bezirk heute mit. Die Bestätigung des Gesundheitsamts stehe noch aus. „Es handelt sich um eine vorsorgliche, wohl eintägige Schließung dieser einen Schule“, teilte die Senatsverwaltung für Bildung mit.

„Der Schulleitung wurde am späten Mittwochnachmittag bekannt, dass eine Lehrkraft positiv getestet wurde“, so die Senatsverwaltung. Um sicherzustellen, dass keine der möglichen Kontaktpersonen am darauffolgenden Morgen in die Schule kommt, sei dieses fürsorgliche Vorgehen beschlossen worden.

Alle Lehrer des Gymnasiums sollten noch heute auf SARS-CoV-2 getestet werden. Das teilte der zuständige Bezirksstadtrat Bernd Geschanowski mit.

Vier Tage nach Ende der Ferien wurden in Berlin bereits an mehreren Schulen Coronain­fektionen festgestellt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern hatten Gesundheitsämter we­nige Tage nach Schuljahresbeginn Schulen wieder geschlossen.

Der Unterricht in Berlin hatte am vergangenen Montag begonnen – ohne Mindestab­stand, dafür mit Maskenpflicht in Schulgebäuden außer im Unterricht und Hygienekon­zept. Unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW hatte eine Öffnung in dieser Form als fahrlässig kritisiert und kleinere Lerngruppen und eine Mischung aus Präsenzun­ter­richt und häuslichem Lernen gefordert.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) hatte sich gestern im Fall von Coronainfektionen gegen die Schließung ganzer Schulen ausgesprochen. „Wenn ein Co­ronafall in einer Schule auftaucht, muss nicht direkt die Schule für 14 Tage geschlossen werden", sagte er der Rheinischen Post.

Es reiche, wenn einzelne Klassen oder Kurse zu Hause blieben. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass die Schüler auch nur in diesen Gruppen zusammenkämen. Leider seien aber viele Schulen mit Blick auf ihre Hygiene- und Abstandskonzepte auf den Schulstart nach den Sommerferien nicht ausreichend vorbereitet.

Auch Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid hat sich dagegen ausgesprochen, Schulen wegen einzelner Coronafälle komplett zu schließen. Die positiven Tests einzelner Schüler oder Lehrer würden hochstilisiert zu einem großen Schulproblem – man habe aber „keine dramatische Situation in der Schullandschaft“.

Ähnlich argumentierte auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Schulschließungen dürften nur das letzte Mittel sein. „Das ist für Eltern, Lehrer und Schüler keine leichte Situation, die wir unter allen Umständen verhindern wollen.“

dpa

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