Politik

Erste Schulen wieder geschlossen, Virologen warnen

  • Freitag, 7. August 2020
/picture alliance, Weber, Eibner-Pressefoto
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Schwerin – Kurz nach Schuljahresbeginn haben die ersten Schulen in Mecklenburg-Vor­pommern wegen SARS-CoV-2 schon wieder geschlossen. Am Ende der ersten Schulwoche nach den Ferien wurden ein Gymnasium und eine Grundschule zugemacht.

An dem Gymnasium in Ludwigslust war eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden, an der Grundschule in Graal-Müritz im Landkreis Rostock ein Schüler. Mecklen­burg-Vorpommern war am vergangenen Montag als erstes Bundesland ins neue Schuljahr gestartet, gestern folgte Hamburg. Kommende Woche sind Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Virologen wiesen in einer gemeinsamen Stell­ungnahme auf das Risiko von Infektionen in Schulen hin. „Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen“, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie, die heute verschickt wurde.

Die Virologen – darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Helmholtz-Forscherin Melanie Brinkmann – schreiben in ihrer Stellungnahme: „Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen“. Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft.

Für eine wirksame Unter­drück­ung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grund­voraus­setzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten. Die Experten schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Übertragungsrisiken in den Schulen zu minimieren.

Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfek­tio­nen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert wer­den mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Die Wissen­schaftler sprechen sich außerdem für das „konsequente Tragen von Alltags­masken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts“ aus.

„Dies sollte begleitet werden durch eine altersgerechte Einführung der Kinder in die Notwendigkeit und den Umfang von Präventionsmaßnahmen“, heißt es. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass „pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaus­tausch“ in den Schulen gefunden werden.

Sollte es gegen Jahresende zu einem kritischen Anstieg der Neuinfektionen kommen, und dabei auch Bildungseinrichtungen eine Rolle spielen, bringen die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel, um die Zeiten mit höchster Infektions­akti­vi­tät zu verringern.

dpa

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