Ärzteschaft

Fachgesellschaften für mehr Qualitätsauflagen bei Videoschulungen zu Diabetes

  • Dienstag, 1. August 2023
/Gecko Studio, stock.adobe.com
/Gecko Studio, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und andere Fachgesellschaften und Verbände fordern Qualitätsauflagen für Videoschulungen, die im Rahmen des Disease-Management-Programms (DMP) zu Diabetes stattfinden sollen.

Hintergrund ist, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) plant, solche Videoschulungen im Rahmen des DMP grundsätzlich zuzulassen – während der Coronapandemie konnten die DMP-Teilnehmer sie bereits nutzen.

Die DDG begrüßt zusammen mit der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendendokrinologie (DGKED), dem Bundesverband der niedergelassenen Diabetologen (BVND) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), dass der G-BA Videoschulungen in seine Richtlinie zu den DMP-Anforderungen mitaufnehmen möchte und als Alternative zu Präsenzschulungen akzeptiert.

„Die Richtlinie ermöglicht eine zeitgemäße moderne Schulung der im Rahmen der DMP-Anforderungen zu­­gelassenen Schulungs- und Behandlungsprogramme und bietet Menschen mit Diabetes eine Alternative zur Präsenzschulung“, sagte Tobias Wiesner, Vorstandsmitglied der DDG und des BVND.

Es müsse jedoch sichergestellt sein, dass die Qualität der Schulung erhalten bleibe, betonte er. Dafür sei es wichtig, dass die Richtlinie klar formuliere, was unter einer digitalen Schulung zu verstehen sei und wer die Patientenschulungen per Video durchführen dürfe.

Die Verbände schlagen vor: Die Schulung von Versicherten sollte mit evaluierten Programmen erfolgen und zwar wahlweise in Präsenz, online oder in einer Kombination aus Präsenz- und Onlineeinheiten.

„Strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramme sind ein unerlässlicher Bestandteil der Diabetesthera­pie, ein integraler Bestandteil der Langzeitbetreuung und sollten daher unbedingt von Leistungserbringern mit krankheitsspezifischer Expertise umgesetzt werden“, betonte Dirk Müller-Wieland von der DDG.

Nicht nötig ist laut den Verbänden hingegen, etablierte Videoschulungen abermals zu evaluieren. „Bereits bestehende Schulungsprogramme sollten von der zusätzlichen Evaluationspflicht freigestellt werden, da dies keinen wissenschaftlichen Mehrwert erbringt sowie eine unangemessene Härte für die Anbieter und eine weitere Verzögerung des Patientenangebots bedeuten würde“, sagte Sandra Schlüter, Vorsitzende der DDG Arbeitsgemeinschaft „Diabetes & Technologie“.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung