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Forderung nach mehr Unterstützungs- und Beratungsangeboten für Kinder und Jugendliche

  • Freitag, 24. April 2026
/vectorfusionart, stock.adobe.com
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Berlin – Bei Kinder- und Jugendarbeit allgemein sowie bei der Schulsozialarbeit darf nicht gespart werden. Diesen Appell richteten Sachverständige bei einer Anhörung des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages an die Politik. Der Ausschuss hatte sie zum Thema „Mentale Gesundheit von jungen Menschen – Gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen“ eingeladen.

Michael Kölch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) und Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter in Rostock, sagte, Prävention müsse über das ganze Aufwachsen hinweg gedacht werden. „Wir brauchen dafür eine starke Kinder- und Jugendhilfe, weil die der stärkste Partner vor Ort ist, um Kinder mit ihren Erfahrungen zu unterstützen“, betonte er.

Die Expertinnen und Experten waren sich einig, dass die Politik einen stärkeren Fokus auf die Prävention setzen sollte, die auch früher im Lebensalter beginnen müsse. Außerdem mahnten sie eine Regulierung von Social Media, mehr Mitspracherechte der Jugendlichen bei den sie betreffenden Belangen, einen verbindlichen Qualitätsrahmen für die Unterstützungsangebote sowie eine separate Bedarfsplanung für die Kinder- und Jugendpsychiatrie an.

Freia De Bock, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité Berlin, wies darauf hin, wie zentral Bewegung und die Förderung von Selbstregulation für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen seien, also die Fähigkeit, eigene Gedanken, Emotionen, Impulse und Verhaltensweisen zu steuern, um langfristige Ziele zu erreichen und sich an Situationen anzupassen. „Selbstregulation ist eine Basiskompetenz für das weitere Leben, und wir wissen relativ gut, wie man diese schon in der Kita fördern kann“, erläuterte sie. 

Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, betonte, die Resilienz der Jugendlichen sei allgemein gering und könne mit den gegebenen strukturellen Bedingungen auch nicht gestärkt werden. „Wir können nicht erst mit 18 anfangen, diese Resilienz zu stärken“, sagte sie.

Ein bloßes Verbot der Social-Media-Nutzung bis zu einem bestimmten Alter lehnte sie aber ab, denn junge Menschen müssten auch befähigt werden, sich im digitalen Raum zu bewegen.

hil

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