Ausland

Gesundheits­einrichtungen bewusste Ziele in Konflikten

  • Dienstag, 3. August 2021
Afghanische Sicherheitskräfte sichern die Straße nach dem Anschlag auf eine Klinik der Ärzte ohne Grenzen in Kabul am 12. Mai 2020. /picture alliance, AA, Haroon Sabawoon
Afghanische Sicherheitskräfte sichern die Straße nach dem Anschlag auf eine Klinik der Ärzte ohne Grenzen in Kabul am 12. Mai 2020. /picture alliance, AA, Haroon Sabawoon

Genf – In Konfliktregionen weltweit werden Gesundheitseinrichtungen bewusst attackiert oder bei Käm­p­fen zerstört oder beschädigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat von 2018 bis 2020 mehr als 2.700 Zwischenfälle in 17 Ländern registriert.

Dabei sind mehr als 700 Mitar­beiter oder Patienten ums Leben gekommen und mehr als 2.000 verletzt worden, wie die WHO heute in Genf berichtete. Sie registriert diese Daten seit 2018. In diesem Jahr waren es bis Juli 588 Vorfälle mit 114 Todesfällen.

„Das Gesundheitswesen ist unter Beschuss“, sagte der für die neue Datenbank zuständige Direktor Altaf Musani. „Jede einzelne Attacke ist eine zu viel.“ Die Folgen seien über den Vorfall hinaus verheerend. Das Personal werde traumatisiert, weniger kämen zur Arbeit, Patienten trauten sich nicht mehr in Kliniken und die medizinische Versorgung der Bevölkerung werde unterbrochen.­

Es sei noch zu früh für eine Trendanalyse. Auch, wer für die Überfälle und Gewalt verantwortlich ist, ana­lysiert die WHO nicht. In jedem Land sei die Situation völlig anders.

Registriert werden Überfälle auf Kliniken, Medikamentendepots- oder lieferungen, Krankenwagen und Personal. Übergriffe registrierte die WHO unter anderem in Jemen, Syrien, Mosambik, Nigeria, der Zentralafrikanischen Republik, Somalia, den besetzten Palästinensergebieten und Myanmar.

Die WHO wolle mehr tun, um besonders in Konfliktgebieten alle Akteure zu ermahnen, die Gesundheits­versor­gung zu schonen.

dpa

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