Politik

GKV-Finanzen: Ausgabenentwicklung läuft den Einnahmen weiter davon

  • Dienstag, 10. März 2026
/Comugnero Silvana, stock.adobe.com
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Berlin – Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stiegen 2025, wie bereits im Jahr 2024, deutlich stärker als die Beitragseinnahmen. Wie aus den heute veröffentlichten vorläufigen Rechnungsergebnissen hervorgeht, stiegen die Ausgaben um rund 7,8 Prozent – die Beitragseinnahmen um nur rund 5,3 Prozent.

Zwar haben die 93 Krankenkassen im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von 3,5 Milliarden Euro erzielt, diese Mittel dienen jedoch laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorrangig der Auffüllung ihrer Finanzreserven auf das gesetzliche Mindestniveau. Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen zum Ende des Jahres 2025 rund 5,1 Milliarden Euro. Dies entspricht 0,18 Monatsausgaben: Die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve beträgt 0,2 Monatsausgaben.

„Die vorläufigen Finanzergebnisse unterstreichen die schwierige Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung“, kommentierte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Zahlen. Seit 2024 würden die Ausgaben wesentlich stärker als die Einnahmen steigen, auch in diesem Jahr.

„Zwar konnten wir die Finanzlage in 2026 mit einem Maßnahmenpaket kurzfristig stabilisieren und große Beitragssatzsprünge zum Jahreswechsel vermeiden. Doch ab 2027 sind in der GKV jedes Jahr Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwarten“, so Warken.

Das zentrale politisches Ziel bleibt demnach die nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze. Warken verwies darauf, dass die Finanzkommission Gesundheit Ende März entsprechende Vorschläge vorlegen soll. Auf dieser Grundlage werde man „zügig“ den Gesetzgebungs- und Reformprozess starten. Sie warnte erneut, dass dafür „alle Akteure des Gesundheitswesens ihren Beitrag leisten werden müssen“.

Zusatzbeiträge deutlich höher als angenommen

Im Jahr 2025 standen den Einnahmen der Krankenkassen in Höhe von 355,9 Milliarden Euro Ausgaben in Höhe von 352,4 Milliarden Euro gegenüber. Der durchschnittlich von den Kassen erhobene Zusatzbeitragssatz entsprach Ende Dezember 2,94 Prozent und lag damit deutlich oberhalb des Ende Oktober 2024 für das Jahr 2025 bekanntgegebenen durchschnittlichen ausgabendeckenden Zusatzbeitragssatzes von 2,5 Prozent.

Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15. Januar 2026 über eine Liquiditätsreserve von rund 7,1 Milliarden Euro verfügte, verzeichnete im vorläufigen Rechnungsergebnis 2025 ein Defizit von 0,6 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent.

Die GKV-Leistungsausgaben stiegen um 7,9 Prozent (24,6 Milliarden Euro) ähnlich stark wie im Jahr 2024 und weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Die Verwaltungskosten der Kassen stiegen um 4,7 Prozent (602 Millionen Euro) auf 13,29 Milliarden Euro – das sind etwa vier Prozent der Gesamtausgaben.

Als „den maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik“ bezeichnet das BMG die Krankenhausbehandlungen. Hier kletterten die Ausgaben 2025 um 9,6 Prozent (9,7 Milliarden Euro) auf 111,43 Milliarden Euro. Der prozentuale Zuwachs liegt laut BMG mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der jährlichen Zuwächse im Zeitraum 2013 bis 2024 und übertreffe die Dynamik im bisherigen Rekordjahr 2024.

Die Aufwendungen für die Versorgung mit Arzneimitteln stiegen um 5,9 Prozent (3,2 Milliarden Euro) auf 58,49 Milliarden Euro. Damit stiegen auch die Arzneimittelausgaben stärker als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2024.

Für ambulant-ärztliche Behandlungen stiegen die Ausgaben im Jahr 2025 um 7,6 Prozent (3,8 Milliarden Euro) auf 53,95 Milliarden Euro. Besonders kräftig gestiegen sind die Ausgaben für das ambulante Operieren (15,7 Prozent, 417 Millionen Euro). Das BMG verweist hierzu darauf, dass 2024 Eingriffe mit spezieller sektorengleicher Vergütung (Hybrid-DRGs) eingeführt wurden.

Die Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel stiegen von gut 25 Milliarden um 7,9 Prozent auf 26,98 Milliarden Euro. Dynamisch wirkte sich, so das BMG, in 2025 die Entwicklung der Aufwendungen für Heilmittelversorgung mit erweiterter Versorgungsverantwortung der Heilmittelerbringer (sogenannter „Blankoverordnung“) aus, für die 2025 Aufwendungen von 557 Millionen Euro in der Physiotherapie und 439 Millionen Euro in der Ergotherapie verzeichnet wurden.

Auch die Aufwendungen für Fahrkosten verzeichnen mit 8,9 Prozent (plus 852 Millionen Euro auf 10,41 Milliarden Euro) eine hohe Wachstumsrate.

Wie das BMG betont, werden die endgültigen Finanzergebnisse der Krankenkassen für das Gesamtjahr 2025 ebenso wie die Daten des 1. Quartals 2026 Mitte Juni 2026 vorliegen.

aha

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