Ärzteschaft

Hamburger Virchowbund für mehr ambulante Versorgung

  • Donnerstag, 1. August 2024
/Robert Poorten, stock.adobe.com
/Robert Poorten, stock.adobe.com

Hamburg – Für mehr ambulante Versorgung setzt sich die Landesgruppe Hamburg im Virchowbund ein. „Vie­les, was ambulant gemacht werden könnte, wird in Deutschland noch stationär diagnostiziert und behandelt. Dabei ist der stationäre Sektor die ineffizienteste, teuerste Struktur in unserem Gesundheitswesen“, erklärte Dirk Heinrich, Vorsitzender der Landesgruppe, heute.

Unbestritten sei, dass der Grundsatz „ambulant vor stationär“ in der Patientenversorgung zu mehr Effizienz führe und damit Kosten senke, so Heinrich. Diesen Grundsatz im Zuge der aktuellen Krankenhausreform auch umzusetzen, gelinge aber nur, wenn die ambulante Versorgung gestärkt werde. Das bedeute unter anderem, den Katalog der Hybrid-DRG zu vergrößern.

„Zur Unterstützung der Arztpraxen müssen wir aber auch Bürokratie abbauen, ambulante Leistungen fair be­zahlen, sodass sie kostendeckend erbracht werden können, und Patienten besser in die richtige Versorgungs­ebene steuern“, forderte der Stellvertretende Landesgruppen-Vorsitzende, Maximilian Lange. Auch müssten beispielsweise Medizinische Fachangestellte (MFA) mindestens so gut bezahlt sein wie Sachbearbeiter bei den Krankenkassen.

Für junge Ärztinnen und Ärzte müsse es sich wieder lohnen, eine eigene Praxis zu eröffnen, betonte Heinrich. Nichtstun sei mittelfristig teurer als entsprechende Maßnahmen umzusetzen. „Bei allem Verständnis, dass die Krankenkassen durch die jahrelang ausgebliebenen Reformen zum Sparen gezwungen sind: Wenn man weiter auf Kosten derer wirtschaftet, die die Menschen medizinisch versorgen, gefährdet man den Fortbestand der Gesundheitsversorgung und damit den sozialen Frieden im Land.“

Die Landesgruppe Hamburg im Virchowbund wies in diesem Zusammenhang zudem auf aktuelle Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) hin. Demnach sind zuletzt die Kosten für ambulante Behandlungen mit plus zwei Prozent deutlich weniger gestiegen als jene für Krankenhausleistungen (plus 8,2 Prozent).

Statistisch entfielen außerdem von 3.311 Euro Ausgaben pro TK-Versichertem in der Hansestadt nur 725 Euro auf ambulante ärztliche Behandlungen.

EB/aha

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung