Ärzteschaft

Hausärzte für bessere Vorbereitung auf Pandemien

  • Dienstag, 8. September 2020
/picture alliance, KEYSTONE
/picture alliance, KEYSTONE

Düsseldorf – Kritik an der Vorbereitung auf Pandemien in Deutschland hat der Hausärzte­verband Nordrhein geübt. Die Coronakrise habe offengelegt, „wie unvorbereitet und vul­nerabel die Strukturen der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Deutschland sind“, betonte der Hausärzteverband.

Eine hochwertige medizinische Versorgung habe nur durch Improvisation, extreme Flexi­bilität und hohe individuelle Einsatzbereitschaft der Handelnden aufrechterhalten wer­den können. Nötig sei daher ein transparenter Pandemieplan.

„Neben der klaren Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern müssen auf allen Ebe­nen die agierenden Gruppen – Hausärzte, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste – in Pla­nungen eingebunden sein“, fordert der Verband.

Eine strikte Trennung von Regelversorgung und Pandemie habe sich als bester Weg etab­liert, um die medizinische Versorgung insgesamt aufrechtzuerhalten, Infektions­ketten zu unterbrechen und die stationären Einrichtungen zu entlasten.

„Wir fordern, dass Triagierungssysteme ausgebaut werden, damit der Prozess der strikten Trennung von Pandemie- und Regelversorgung dauerhaft praktiziert wird und die Versor­gung auf der notwendigen Behandlungsebene stattfinden kann“, so der Verband. Es sei nötig, separierte Versorgungsstrukturen mit Abstrich- und Fieberzentren vorzuhalten.

Ein wichtiger Teil der Planungen sollte laut Verband dem Arbeitsschutz im Gesund­heits­wesen inklusive der Bevorratung mit Hygiene- und Arbeitsschutzartikeln vorbehal­ten sein. Die Kostenübernahme für Beschaffung und Lagerung für Schutzmaßnahmen durch die Kostenträger müsse dazu gewährleistet sein.

„Richtig eingebunden können Apotheken mit ihrer professionellen Logistik die Praxen bedarfsgerecht versorgen und die Finanzierung kostenträgerspezifisch abwickeln“, schlägt der Verband vor. Außerdem müssten Rücklagen zum Neustart von Praxen gebildet wer­den, damit diese nach der Pandemiephase wieder in die Regelversorgung einsteigen könnten.

Der Hausärzte-Landesverband weist daraufhin, dass eine solche Planung seiner Meinung nach bislang nicht vorliegt: „Wer glaubt, dass wir für eine zweite Pandemie­welle belast­bare, vereinheitlichte Grundstrukturen geschaffen haben, irrt. Es fehlt nach wie vor ein verbindlicher Pandemieplan mit klaren, belastbaren Regeln und Strukturen“, kritisiert der Verband.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung