Ärzteschaft

Impfsaison: Hausärzte kritisieren Rahmenbedingungen

  • Mittwoch, 20. September 2023
Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, sowie Nicola Buhlinger-Göpfarth, erste stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes, auf der Pressekonferenz. /DÄ
Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, sowie Nicola Buhlinger-Göpfarth, erste stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes, auf der Pressekonferenz. /DÄ

Berlin – Angesichts der anstehenden Infektsaison hat der Hausärztinnen- und Hausärzteverband heute zur Wahrnehmung von Grippeschutz- und Coronaimpfungen aufgerufen. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Verbandes, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der an aktuelle Coronavarianten angepasste Impfstoff von Biontech nicht in Einzeldosen erhältlich ist. Organisatorisch sei dies für die Praxen eine „Katastrophe“.

Im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich des bevorstehenden Hausärztinnen- und Hausärztetages bemän­gelte Beier zudem, dass eine „klare Ansage“ des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) fehle, ob der in Ein­zeldosen erhältliche Coronaimpfstoff rechtssicher und regelhaft erstattet wird.

Das bezüglich einer entlastenden digitalisierten Coronaimpfdokumentation noch immer „nichts passiert“ sei, stelle für die Praxen ein weiteres Ärgernis dar, so Beier. Man könne fast den Eindruck gewinnen, es sei der erste Infektwinter, der zu bewältigen ist.

Nicola Buhlinger-Göpfarth, erste stellvertretende Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärztever­bands, betonte, die Impf- beziehungsweise Infektsaison komme für die Praxen „on top“ zur ohnehin schon immensen Grundlast.

Der Beratungsbedarf zu Coronaimpfungen sei nach wie vor groß und die Impfungen „kein Selbstläufer“. Hinzu kämen weitere Belastungen in Verbindung mit dem Management von Arzneimittelengpässen. „Es wird so getan, als hätten wir unendliche Ressourcen“, sagte Buhlinger-Göpfarth in Richtung BMG.

Angesichts von tausenden unbesetzten Hausarztstellen und einem Anteil der über 60-jährigen Hausärzte von über 35 Prozent, müsse die Politik eigentlich „eine Maßnahme nach der anderen anstoßen“– stattdessen warte man auf die Umsetzung von Reformen und Versprechen.

Dies werde man auf dem Hausärztinnen- und Hausärztetag klar ansprechen und eine „schonungslose Bilanz“ ziehen, kündigte Beier an. „Unsere Delegierten werden auch in diesem Jahr sehr klare Handlungsempfeh­lungen, die auf die Realität in unseren Praxen antworten, beschließen.“

Befassen werde man sich unter anderem mit der angekündigten und bislang nicht erfolgten Entbudgetierung im hausärztlichen Bereich, der oftmals „fehlgeleiteten“ Digitalisierung, der Fachkräfteproblematik sowie Struk­turfragen.

Ein weiterer Schwerpunkt des 44. Hausärztinnen- und Hausärztetages wird die Wahl des neuen Bundesvor­standes sein, die turnusmäßig ansteht, darstellen. Dabei werden Beier und Buhlinger-Göpfarth als Doppelspitze antreten.

aha/nfs

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung