Internisten wollen raschen und rechtssicheren Ausbau der Telemedizin
Wiesbaden/Berlin – Die Telemedizin hat das Potenzial, die Versorgung gerade in ländlichen Bereichen zu verbessern oder zu sichern. Sie sollte daher rasch ausgebaut werden. Dazu fehlen aber noch Rahmenbedingungen für einen einfachen und praktikablen Einsatz im Alltag.
Das geht aus einem neuen Positionspapier hervor, das der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI) zusammen mit dem Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung entwickelt hat. Darin weisen die Verbände auf sieben Punkte hin, die für den Ausbau der Telemedizin nötig und sinnvoll seien.
Zunächst sollte die Menge der telemedizinischen Leistungen nicht fix über alle Fachgruppen begrenzt werden. „Wie die Pandemie gezeigt hat, sind durchaus auch höhere Quoten möglich und qualitativ vertretbar. Hier bedarf es fachgruppen-individueller Lösungsansätze, die keiner Beschränkung unterliegen“, heißt es in dem Papier.
Entscheidend für die Umsetzung sei dann die sogenannte Usability – also eine einfache und sichere Nutzbarkeit. „Telemedizin muss über alle Kanäle (Telefon, Video, Chat) ermöglicht werden und sich der Realität der Nutzerinnen und Nutzer anpassen“, so die Autoren des Papiers. Auch für die Ärzte sollten die Leistungen möglichst flexibel zu erbringen sein – zum Beispiel nicht nur in Praxisräumen oder Nebenbetriebsstätten, sondern räumlich unabhängig.
Die Arbeitsgruppe von BDI und Spitzenverband digitale Gesundheitsversorgung unterscheidet zudem zwischen Telemedizin in der Routine und in Notfällen. „Für Letztere ergibt es Sinn, eine vorgeschaltete Einschätzung des Behandlungsbedarfs der Patientinnen und Patienten durch geeignetes Fachpersonal mit entsprechenden Ersteinschätzungssystemen durchzuführen“, schreiben die Autoren.
Wichtig sei außerdem, auch ärztliche Assistenzberufe in die telemedizinische Versorgung einzubeziehen, zum Beispiel fachlich spezialisierten medizinische Fachangestellte.
Telemedizin biete ferner die Möglichkeit, einfacher und effizienter mit anderen Ärztinnen und Ärzten zusammenzuarbeiten. „Fachärztliche Telekonsile sollten daher weiter ausgebaut und adäquat vergütet werden“, so die Forderung.
Die beiden Verbände weisen darauf hin, dass die Ampelparteien den Ausbau der Telemedizin in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt haben. „Dieser Feststellung müssen jetzt Taten folgen“, fordern sie.
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