Telemedizinische Betreuung von Pflegeheimbewohnern bewährt sich

Potsdam – Eine telemedizinische Betreuung von Pflegeheimbewohnern kann dazu beitragen, die Qualität der Versorgung zu sichern und zu verbessern. Dieses Fazit zieht die AOK Nordost aus einem Pilotprojekt mit dem Startup MedKitDoc, an dem sieben Pflegeheime und zehn Arztpraxen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen haben. Die Krankenkasse will deshalb die Telemedizin in der Pflege ausbauen.
„Ich betreue Patientinnen und Patienten in Pflegeheimen, die sich zum Teil mehr als 70 Kilometer entfernt zum Praxissitz befinden. Durch MedKitDoc konnte ich hausärztliche Untersuchungen außerhalb der Praxis flexibler, engmaschiger und auch kurzfristiger vornehmen“, erläuterte die teilnehmende Ärzte Monique Salchow-Gille, Internistin in Friedland.
Wichtig sei, Telemedizin als zusätzliche Behandlungsmöglichkeit zu verstehen: „Generell geht es bei der Telemedizin nicht darum, den persönlichen Kontakt zu ersetzen, sondern ihn zu ergänzen“, so Salchow-Gille.
Auch die AOK Nordost bewertet das Pilotprojekt positiv. „Das Pilotprojekt zeigt klar den Nutzen der gerätegestützten Telemedizin. Darum prüfen wir momentan die Weiterführung im Rahmen eines Selektivvertrages, um den Einsatz von Telemedizin in der Pflege zukünftig auch regulär vergüten zu können“, erläuterte Petra Oldenburg, Versorgungsexpertin bei der AOK Nordost.
Dorian Koch, CEO und Gründer von MedKitDoc, hofft auf eine schnelle Umsetzung. „Die AOK Nordost leistet hier Pionierarbeit, allerdings dauern diese Prozesse in Deutschland immer noch sehr lang, was es jungen Unternehmen wie uns schwermacht, innovative Gesundheitslösungen in der Praxis zu etablieren und Patientinnen und Patienten bundesweit zu unterstützen“, sagte er.
Das Telemedizinprodukt von MedKitDoc ermöglicht es unter anderem, mittels Stethoskop Herz- und Lungengeräusche in einer Videokonferenz abzuhören. Durch die Liveübertragung der wichtigsten Vitalparameter der Patienten sind Ärzte laut den Projektpartnern in der Lage, datenbasierte Diagnosen zu stellen, die über eine reine Videosprechstunde nicht möglich wären.
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