Ausland

Kreml weist Schuld an Giftanschlag auf Nawalny von sich

  • Donnerstag, 3. September 2020
Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, wird mit Vergiftungserscheinungen auf einer Intensivstation der Charité behandelt. /Picture alliance, AP, Pavel Golovkin
Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland. /Picture alliance, AP, Pavel Golovkin

Moskau – Die russische Regierung hat jede Schuld an dem Giftanschlag auf den Kreml­kri­tiker Alexej Nawalny von sich gewiesen. „Es gibt keinen Grund, den russischen Staat zu beschuldigen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten heute.

Er warnte den Westen vor übereilten Schlussfolgerungen und dem Verhängen von Sank­tionen: „Wir möchten nicht, dass unsere Partner in Deutschland und anderen europäi­schen Ländern vorschnell urteilen.“

Die Bundesregierung in Berlin hatte am gestern mitgeteilt, Nawalny sei „zweifelsfrei“ mit einem chemischen Nervenkampfstoff vergiftet worden. Die Substanz der Nowitschok-Gruppe wurde demnach durch ein Speziallabor der Bundeswehr nachgewiesen.

Der russische Oppositionelle war am 22. August mit Vergiftungserscheinungen aus Russ­land zur ärztlichen Behandlung nach Berlin geflogen worden. Er wird seither in der Uni­ver­sitätsklinik Charité behandelt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den „versuchten Giftmord“ auf den russischen Oppositionellen „auf das Allerschärfste“. Es sei versucht worden, Nawalny „zum Schweigen zu bringen“.

Moskau müsse nun „sehr schwerwiegende Fragen“ beantworten. Gemeinsam mit den Partnern in der EU und der Nato solle nun über eine „angemessene“ Reaktion entschie­den werden. Auch andere westliche Staaten hatten den Giftanschlag auf Nawalny scharf verurteilt.

afp

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