KV Bayerns warnt vor Schwächung der ambulanten Versorgung

München – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns hat auf ihrer jüngsten Vertreterversammlung auf die Leistungsfähigkeit des ambulanten Sektors hingewiesen und davor gewarnt, diese durch politische Fehlentscheidungen einzuschränken.
Laut der KV werden rund 97 Prozent aller Patientenanliegen in Deutschland im ambulanten Bereich behandelt, das entspreche etwa 600 Millionen Behandlungsfällen pro Jahr. Trotz dieses klaren Übergewichts in der medizinischen Versorgung verursache der ambulante Bereich lediglich 16 Prozent der Gesamtkosten im Gesundheitswesen.
Doch statt diesen Versorgungsbereich weiter zu stärken, würde den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten zunehmend neue Einschränkungen auferlegt, kritisierte der KV-Vorstand – Christian Pfeiffer, Peter Heinz und Claudia Ritter-Rupp – auf der Vertreterversammlung.
Eine solche Fehlentscheidung sei zum Beispiel, originär medizinische Leistungen aus den Arztpraxen zu verlagern – etwa in Apotheken oder zu digitalen Anbietern.
„Apotheken sind wichtig in der Arzneimittelversorgung. Sie haben aber da nichts zu suchen, wo es um Diagnostik und ärztliche Entscheidungen geht“, stellte der Vorstand der KV klar. Kritisch zu bewerten seien auch Screening-Angebote von Drogeriemärkten.
Solche Modelle könnten in Gesundheitssystemen mit eingeschränktem Zugang zur medizinischen Versorgung sinnvoll sein, aber nicht in Deutschland, hieß es aus der KV.
Besorgniserregend ist laut dem KV-Vorstand auch der wachsende Einfluss internationaler Tech-Unternehmen im Gesundheitsbereich. Immer mehr von ihnen böten Chatbots an, die auf Künstlicher Intelligenz beruhten, oder andere digitale Angebote beispielsweise zur psychischen Gesundheit.
Die Qualität und der medizinischer Nutzen dieser Angebote sind laut der KV häufig unklar. Der Vorstand sprach sich daher für internationale Strukturen aus, die den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen regulieren sollten.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: