KV Brandenburg will bessere Rahmenbedingungen für ambulante Versorgung
Potsdam – Mehr Respekt für die ärztliche Arbeit und vor dem Engagement vieler Ehrenamtlicher in der Selbstverwaltung fordert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg von der Politik. In der nächsten Legislaturperiode gehe es darum, die Rahmenbedingungen für die ambulante Diagnostik und Therapie deutlich zu verbessern.
Die KV hat dafür neun Forderungen formuliert: Zunächst ein ausdrückliches Bekenntnis der Politik zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung nach den Prinzipien der freiberuflichen Berufsausübung, vornehmlich in inhabergeführten Praxen und auf der Basis einer funktionierenden Selbstverwaltung. Zweitens sollten Krankenkassen und KVen Versorgungsziele für eine zukunftsfähige ärztliche Versorgung definieren können.
Vernetzung erforderlich
„Nach geltender Rechtslage wird die Weiterentwicklung der Versorgung durch retrospektive Planungsgrundlagen begrenzt. Behandlungsmöglichkeiten werden so durch Ereignisse bestimmt, die vor drei bis vier Jahren stattgefunden haben“, kritisiert die KV. Wichtig sei außerdem die Vernetzung von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen.
„Voraussetzung dafür ist, dass Investitionen in Strukturen nicht allein durch die Ärzteseite zu tragen sind. Strukturveränderungen müssen durch Partner wie Land und Kommunen sowie die Krankenkassen mitfinanziert werden“, fordert die KV. Weiterhin sei es nötig, das Prinzip „ambulant vor stationär“ weiter zu stärken. „Dies setzt einen stärkeren Fokus auf die Koordination der Patienten und die Schaffung entsprechender, die Patienten unterstützenden Strukturen voraus“, so die KV.
Die Vertragsärzte fordern fünftens, die Budgetierung der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen zu beenden und sechstens die Entbürokratisierung „endlich voranzubringen“. Siebtens betont die KV den Arztvorbehalt und lehnt eine Substitution ärztlicher Arbeit strikt ab.
Wichtig sei außerdem – achtens – eine Niederlassungsförderung für den ländlichen Raum auch durch das Land Brandenburg. „Diese Förderung auf Landesebene ist in anderen Bundesländern bereits verankert und hat sich bewährt“, hieß es aus der KV. Der Standort Brandenburg habe diesbezüglich einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Bundesländern und verliere an Attraktivität für den Ärztenachwuchs. Neuntens fordert die KV, sie bei gesundheitspolitischen Entscheidungen stärker einzubeziehen.
„Innerhalb eines Jahres erfahren rund 92 Prozent der 2,2 Millionen Brandenburger, wie gut die ambulante Versorgung in diesem Land funktioniert. Wir niedergelassenen Ärzte sind und bleiben der Anker der medizinischen Versorgung in diesem Land“, hieß es aus der KV.
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