KV Nordrhein will niedergelassene Ärzte vor Überlastung schützen

Düsseldorf – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein hat vor einer Überforderung der Praxen im Rheinland gewarnt. Viele niedergelassene Ärzte arbeiten der KV zufolge seit Monaten unter Ausnahmebedingungen.
„Sie sind in Sorge, dass auf sie weitere Belastungen zukommen, die medizinisch, organisatorisch und abrechnungstechnisch kaum mehr zu stemmen sind“, sagte Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.
Schnell steigende Infektionszahlen, Risikogebiete auch in Nordrhein, die Uneinigkeit der Länder etwa bei Testpflichten für Urlauber und neue Regelungen auf Bundesebene im Zusammenhang mit dem jüngsten Referentenentwurf zur Änderung der BMG-Rechtsverordnung sorgen laut Bergmann für eine kritische Gemengelage – und das vor den Herbst- und Wintermonaten.
„Nach dem Sommer mit dem überwiegend warmen, trockenen Wetter stehen jetzt Erkältungswelle und Grippesaison an. Das bedeutet, dass wie in jedem Jahr viele Erkrankte zu versorgen sind – zusätzlich zum Pandemie-Geschehen“, so Bergmann. Die Praxen könnten daher keine weiteren Belastungen mit weiteren bürokratischen Regelungen schultern.
Zusätzliche Aufgaben etwa durch erweiterte Ansprüche auf Testungen bei Urlaubern oder das Nachvollziehen von Kontaktpersonen seien für die Praxen nicht zu bewältigen, so der KV-Chef.
Deshalb forderte er, die Teststrategie dringend zu überdenken: „Wir brauchen einen sinnvollen Umgang mit den Testkapazitäten in den Praxen und Laboren. Es muss wieder mehr anlassbezogen und nicht pauschal oder nach politischen Erwägungen getestet werden“, sagte Bergmann.
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