Ärzteschaft

KV-Vize Schrage für Team-stärkende Anpassung der Vergütung

  • Dienstag, 15. Oktober 2024
/HNFOTO, stock.adobe.com
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Berlin – Eine Anpassung der vertragsärztlichen Vergütungssystematik mit Blick auf mehr Delegation und Kooperation forderte heute Volker Schrage, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Das Gesundheitssystem stehe unter Druck und müsse sich aufgrund von Faktoren wie sinkender Arztzeit und der Folgen des demografischen Wandels ändern, so Schrage im Rahmen der Herbsttagung der Kassenärztli­chen Bundesvereinigung (KBV).

Dies gelte nicht nur für die Krankenhäuser, auch wenn auf diesen aktuell der politische Fokus liege, sondern ebenso für die Praxen. Hier sei die Belastung, etwa aufgrund der Bürokratie und einer unzureichenden Digita­lisierung, so hoch, dass die eigentlichen Kernaufgaben der Ärzte zu oft in den Hintergrund rücken.

Zu möglichen Lösungsansätzen verwies Schrage auf ein Modellprojekt der KVWL zu Physician Assistants (PA). Dieses laufe seit April 2023 und ein erstes Zwischenfazit des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versor­gung (Zi) sei positiv.

Unter anderem habe man zeigen können, wie eine neue Rollenaufteilung funktionieren könne und das mehr ärztliche Zeit durch die Delegation zur Verfügung stehe. In den Modellpraxen nähmen die PA bis zu 30 Prozent der Patientenkontakte ab.

Einen weiteren wichtigen Positivfaktor stelle zudem dar, dass mit dem PA-Weg eine Karriereoption für Medizi­nische Fachangestellte (MFA) zur Verfügung stehe – was im Zusammenspiel mit einem gestärkten Teamge­danken für attraktivere Arbeitsbedingungen sorge.

Um solche Konzepte flächendeckend ausrollen zu können, seien aber noch rechtliche Anpassungen und insbesondere auch Änderungen der Vergütungssystematik notwendig.

Immens wichtig sei insbesondere die Aktualisierung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Hier müsse der für die Abrechnung zugrunde gelegte Arzt-Patienten-Kontakt in einen Praxis-Patienten-Kontakt gewandelt werden.

Er wolle das Wort „Arzthonorar“ nicht mehr hören, betonte Schrage. Die Arbeit in den Praxen sei eine Team­leistung – dies müsse auch die Vergütungssystematik widerspiegeln.

aha

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