Laborärzte betonen ihre Bedeutung für medizinische Versorgung
Berlin – Auf die besondere Bedeutung einer schnellen und zielgerichteten Labordiagnostik gerade in ländlichen Regionen hat der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) hingewiesen. „Nur das perfekte Zusammenspiel von Logistik, hochwertigen Testsystemen, laborärztlicher Expertise und einem hohen Grad an digitaler Vernetzung macht es möglich, dass die Ärzte und Patienten in ländlichen Gebieten eine den urbanen Bereichen vergleichbare labormedizinische Versorgung erwarten können“, sagte der Präsident des Verbandes, Andreas Bobrowski. Längst seien die Laborärzte zur Stütze der Hausärzte in ländlichen Regionen geworden, betonte er.
Zur Bedeutung der Labormedizin für die Gesamtgesellschaft verweist der Berufsverband auf ein neues Gutachten des Instituts für Mikrodaten-Analyse. In der Studie mit dem Titel „Ökonomischer Fußabdruck In-vitro-Diagnostik (IVD)“ quantifizieren die Autoren den ökonomischen Wertschöpfungsprozess der In-vitro-Diagnostik im deutschen Gesundheitssystem.
Dieser Wertschöpfungsprozess ist ein volkswirtschaftlicher Vorgang, bei dem beginnend bei der Herstellung von Produkten wie Reagenzien und Laborgeräte über Transformationen und Multiplikatoren zusätzliche wertschöpfende Leistungen in den Laboren zur medizinischen Versorgung der Patienten bereitgestellt werden.
Konkret kommen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass jeder Arbeitsplatz bei Herstellern der Diagnostika-Industrie mit elf Arbeitsplätzen in den Laboren und mit der medizinischen Versorgung von 1.500 Patienten im Krankenhaus und 36.000 Patienten in den Arztpraxen verbunden ist. Gesamtwirtschaftlich betrachtet generiere ein Beschäftigter im Diagnostika-Bereich rund 1,3 Millionen Euro Umsatz.
„Die eigentliche Wertschöpfung der Laboratoriumsmedizin für das Gesundheitswesen beträgt ein Vielfaches dessen, was für die Erstellung der laborärztlichen Befunde notwendig ist“, fasste Bobrowski die Ergebnisse zusammen. Er wies zudem darauf hin, dass Laborärzte als wichtiger Berater gemeinsam mit den überweisenden Ärzten dafür sorgten, dass sich die Untersuchungen ausschließlich an medizinischen Notwendigkeiten orientierten und die von der Industrie zur Verfügung gestellten In-vitro-Diagnostika effizient eingesetzt würden.
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