Ärzteschaft

Laborärzte plädieren für nachhaltige Vergütungsreform

  • Donnerstag, 21. September 2017

Berlin – Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) hat angeregt, die strittige Neuregelung der laborärztlichen Vergütung erneut auf den Prüfstand zu stellen. Ziel müsse eine realistische und länger tragfähige Regelung sein, betonte BDL-Vorsitzender Andreas Bobrowski heute auf der Herbsttagung seines Verbandes in Berlin. Der Verband fürchtet, dass dem Laborbereich durch die jetzige Lösung notwendige Mittel entzogen werden. Bislang konnten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband nicht auf eine Neuordnung der Laborvergütung einigen.

„Die Laboratoriumsmedizin hat sich in den letzten 20 Jahren von einem versorgungs­relevanten zu einem systemrelevanten Fach entwickelt“, unterstrich der BDL-Chef. „Immerhin basieren zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen auf Laboruntersuchungen.“ Veränderungen auf diesem Sektor beträfen damit stets das gesamte Gesundheitssystem in Deutschland.

Bobrowski forderte deshalb erneut, den Wirtschaftlichkeitsbonus, der für die Vermeidung von Laboruntersuchungen gezahlt wird, in qualitäts- und versorgungs­sichernde Maßnahmen umzuwandeln. Gleichzeitig sollten sämtliche überwiesene Laborleistungen von den Krankenkassen zukünftig extrabudgetär vergütet werden.

So würden einerseits die Krankenkassen an der Morbidität und der demografischen Veränderung in Deutschland beteiligt. Zum anderen könnte eine solche Lösung dazu beitragen, den schwelenden Konflikt zwischen Haus- und Fachärzten zu beenden. Denn dieser habe sich nicht zuletzt an der Frage entzündet, aus wessen Budget wie viel für Laborleistungen gezahlt werden soll. „Dies wäre eine echte und nachhaltige Labor­reform“, betonte Bobrowski.

hil/sb

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