Länder-Gesundheitsminister wollen Impfmüdigkeit entgegenwirken
Schwerin – Die Gesundheitsminister der Länder sagen der Impfmüdigkeit in Deutschland den Kampf an. Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchefin Birgit Hesse (SPD), die zu Beginn des Jahres den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (MGK) übernommen hatte, berief dazu am Montag in Schwerin eine „Nationale Lenkungsgruppe Impfen“. Gemeinsames Ziel sei es, die Impfraten bundesweit deutlich zu erhöhen, hieß es.
Nach Angaben Hesses sind im Nordosten 96 Prozent aller Schulanfänger gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft. Neben Mecklenburg-Vorpommern erreiche nur noch Brandenburg die von der Weltgesundheitsorganisation WHO geforderte Impfrate von 95 Prozent, die zur Eliminierung dieser Infektionskrankheiten führen soll. „Aber zwei Bundesländer und eine Altersgruppe machen Deutschland noch zu keinem Ort der Impf-Glückseligen. Es gilt, den Impfschutz von Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern“, betonte Hesse.
Dafür müsse insbesondere auch der Öffentliche Gesundheitsdienst gestärkt werden. Diese Mediziner seien „eine wichtige Stütze für verbreitetes Impfen“, gerade wenn es um die Absicherung der Schuluntersuchungen oder die Schutzimpfungen von Asylbewerbern gehe.
Ende 2015 hatte sich die Ministerkonferenz, die als wichtiges Gremium zur Beratung und Abstimmung gesundheitspolitischer Aufgaben zwischen den Ländern gilt, auf die Fortschreibung des Nationalen Aktionsplans zur Elimination von Masern und Röteln verständigt. Impfmüdigkeit und der Zuzug von Flüchtlingen hatten dem Thema neue Aktualität verliehen.
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