Ärzteschaft

Medizinstudierende sprechen sich für eigene Facharztweiterbildung Notfallmedizin aus

  • Freitag, 22. Mai 2026
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Augsburg – Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) spricht sich für die Anerkennung der klinischen Notfallmedizin als eigenständiges Fachgebiet sowie für die Einführung einer Facharztweiterbildung Notfallmedizin aus. Ein entsprechendes Positionspapier hat die Studierendenvertretung bei ihrer 67. Mitgliederversammlung in Augsburg verabschiedet.

„Die Medizinstudierenden sprechen sich klar für eine eigenständige Facharztweiterbildung Notfallmedizin aus“, sagte Aljoscha Lorentz, Vizepräsident für Externes der bvmd. Besonders mit Blick auf viele andere europäische Länder bestehe dringender Aufholbedarf – sowohl für attraktive Berufsperspektiven als auch für die langfristige Weiterentwicklung der Notfallversorgung in Deutschland.

Aus Sicht der bvmd bedeutet eine eigene Weiterbildung in der Notfallmedizin keine Abkehr von Interdisziplinarität, sondern könne diese stärken: „Eine eigenständige und fachlich verankerte Notfallmedizin kann einen koordinierenden Rahmen schaffen, der interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtert, klare Zuständigkeiten definiert und die Weiterentwicklung der Notfallversorgung systematisch ermöglicht“, heißt es in dem Positionspapier. 

Die bvmd fordert darin außerdem unter anderem eine stärkere strukturelle Verankerung der Notfallmedizin an medizinischen Fakultäten, ein bundesweit einheitliches Kerncurriculum, die flächendeckende Etablierung des Wahlfachs Notfallmedizin im Praktischen Jahr und mehr Förderung für notfallmedizinische Forschung.

Dies könnte aus Sicht der Medizinstudierenden nicht nur die Versorgungsstrukturen verbessern, sondern auch die Grundlage für eine strukturiertere und evidenzbasiertere Lehre, eine stärkere wissenschaftliche Entwicklung und attraktivere, planbare Karrierewege schaffen – „und damit einen zentralen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Notfallmedizin in Deutschland leisten“, heißt es in dem Papier.

Die Bundesärztekammer hat mehrfach gegen solch einen Facharzt argumentiert. Denn bei der Notfallversorgung handele es sich um eine Querschnittsaufgabe, die typischerweise über eine Zusatz-Weiterbildung abgebildet werde und mehreren Facharztspezialisierungen offenstehen müsse. So zum Beispiel mit der Zusatzqualifikation Klinische Akut- und Notfallmedizin. Interdisziplinarität ist der Bundesärztekammer zufolge ein wesentliches Merkmal der Notfallmedizin und erfordere eine hohe fachliche Spezialisierung in den konservativen und auch operativen Fächern. Daher könne eine eigenständige Facharztentität im Bereich der Notfallmedizin dies nicht ersetzen.

hil

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