Ministerium will bis zum Sommer „belastbare Vorschläge“ für Primärversorgungssystem vorlegen

Berlin – Zur Umsetzung des geplanten Primärversorgungssystems werde man „belastbare Vorschläge“ in Richtung Sommer vorlegen, sagte gestern Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit, im Rahmen einer Veranstaltung des GKV-Spitzenverbands.
Je nachdem, wie schnell man dann auch durch das parlamentarische Verfahren komme, könne es gegebenenfalls schon zu Beginn des nächsten Jahres losgehen, so Sorge. Insbesondere in der Startphase müsse man ein Primärversorgungssystem als lernendes System begreifen, bei welchem nachjustiert werden könne.
Der CDU-Politiker verwies unter anderem auf die technische Dynamik: „Wir werden im digitalen Bereich disruptive Veränderungen bekommen.“ So erwarte er „Sprünge“ beim Thema, wie die elektronische Patientenakte (ePA) im Gesundheitssystem genutzt werden könne. Insgesamt wolle man mit digitaler Unterstützung soviel wie möglich für Entlastungen entlang der Versorgungskette sorgen.
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, plädierte ebenfalls dafür, zur Verfügung stehende technische Optionen voll auszunutzen. Dies betreffe neben der ePA auch eine bundeseinheitliche Terminplattform sowie vor allem die elektronische Überweisung.
Noch liefen die Gespräche zur konkreten Ausgestaltung der Primärversorgung mit den Akteuren – deren Expertise man angesichts der Komplexität einer solchen Systemanpassung benötige, betonte Sorge. Es gebe „eine Menge Ideen und teilweise auch sehr unterschiedliche Ansatzpunkte.“
Für ihn sei klar, dass es für die gewünschte Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger spürbare Mehrwerte im Vergleich zum Status Quo brauche. „Ein Punkt ist tatsächlich die Frage, dass ich zeitnah einen Termin bekomme, wenn ich medizinisch indiziert eine bestimmte Behandlung brauche.“
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