Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zum geriatrischen Assessment erschienen

  • Dienstag, 2. Juli 2024
/Yakobchuk Olena, stock.adobe.com
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Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat eine neue S3-Leitlinie zum umfassenden geriatrischen Assessment (CGA) bei hospitalisierten Patienten in Deutsch­land veröffentlicht.

Die unter der Federführung der Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) entstandene Leitlinie soll helfen, die Diagnostik und Behandlung älterer Menschen in der Akutmedizin zu verbessern – insbesondere im Hin­blick auf die Endpunkte Mortalität, Institutionalierung, (Re-)Hospitalisierung, Funktionalität, Kognition und Delir, Krankenhausaufenthaltsdauer sowie Lebensqualität.

Laut DGG besteht für ältere Menschen ein hohes Risiko, während eines Krankenhausaufenthaltes entweder im Zusammenhang mit dem zur stationären Aufnahme führenden Akutereignis (Erkrankung, Ver­letzung) oder auf­grund von Komplikationen im Verlauf des stationären Aufenthalts wie Stürzen, Druckge­schwüren oder Delir physische und kognitive Funktionseinbußen zu erleiden.

Diese krankenhausbedingten Behinderungen sind durch einen beschleunigten Funktionsverlust mit gleich­zeitigem Verlust der Unabhängigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens gekennzeichnet. Die Prävalenz in der Akutversorgung älterer Erwachsener beziffert die DGG mit 30 Prozent.

Die Folge: Höhere Krankenhaus­kosten, vermehrte Einweisungen in Pflegeein­rich­tungen und erhöhte Morta­lität. Ein frühzeitiges Eingreifen sei daher von entscheidender Bedeutung.

Die Basis dafür schafft der DGG zufolge das CGA. Es helfe, im stationären und auch ambulanten Bereich Prob­leme frühzeitig zu erkennen und darauf adäquat reagieren zu können. Die neue Leitlinie gibt dazu evidenz­basierte Empfehlungen für die Settings Notaufnahme, Onkologie, Orthogeriatrie, Chirurgie und Akutgeriatrie. Im Rahmen zukünftiger Aktualisierungen sollen laut DGG weitere Settings ergänzt werden.

„Eine wichtige Empfehlung der neuen Publikation ist: Ein CGA sollte mindestens 15 Minuten dauern, um therapierelevante Aussagen treffen zu können“, sagte DGG-Präsident Michael Denkinger. Dieses Investment trage dazu bei, die medizinische Versorgung von älteren Menschen zu verbessern und auch die Kosten im Gesundheitssystem zu senken.

hil/sb

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