Politik

Neues Maßnahmenpaket für ärztlichen und pflegerischen Nachwuchs in Niedersachsen

  • Montag, 15. Mai 2017

Hannover – Zuschüsse für Praxisgründer, Stipendien für Medizinstudenten sowie Gelder für innovative Projekte wie den Patientenbus. Mit einer Vielzahl an Initiativen will Nieder­sa­chsen den drohenden Hausärztemangel in ländlichen Regionen verhindern. Landes­ge­sundheitsministerin Cornelia Rundt (SDP) und der Vorstandsvorsitzende der Kassen­ärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, unterzeichneten heute eine gemeinsame Erklärung zur Sicherung der ärztlichen Versorgung auf dem Land. Nach einer Prognose wird im Jahr 2030 landesweit das Angebot an Hausärzten um etwa 20 Prozent kleiner sein als der Bedarf.

Umfangreiches Maßnahmenpaket

„Die meisten Menschen wollen weiter in ihrem bekannten Umfeld leben, auch wenn sie pflegebedürftig werden“, sagte Rundt. Niedersachsen habe dafür zukunftsweisende Wohn- und Versorgungsmodelle entwickelt. „Das Ziel ist, diese bekannter zu machen und nach Möglichkeit auch in anderen Regionen zu initiieren, sodass alle Bürger in Nieder­sachsen davon profitieren“, so die Ministerin. Zu dem Paket gehören eine Landärzte­för­derung, ein Stipendienprogramm für Medizin­stu­­die­rende und neue Möglichkeiten für die Gründung kommunaler Versorgungszentren im ländlichen Raum.

„Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Land steht im Fokus der KV Nie­dersachsen. Diese Maßnahmen hat die KV unter dem Motto ‚Niederlassen für die Men­schen in Niedersachsen’ gebündelt, sie sollen die Versorgung der Menschen auf dem Land stabilisieren“, erläuterte Rundt.

Die Ministerin wies daraufhin, dass die Landesre­gierung in den Jahren 2016 bis 2020 insgesamt 1,3 Milliarden Euro für Investitionen in Niedersachsens Krankenhäuser be­reitstelle. Zudem gebe es inzwischen im Land 31 „Ge­sundheitsregionen Niedersachsen“, in denen neue Versorgungsmodelle insbe­son­dere für den ländlichen Raum entwickelt würden.

Frühzeitig handeln

Barjenbruch betonte, dass man dem Hausärztemangel frühzeitig entgegenwirken müsse. Schließlich dauerten Studium und Facharztausbildung zwölf Jahre. „Wir müssen mehr Köpfe ausbilden“, forderte der KVN-Chef. Junge Ärzte seien nicht mehr bereit, 60 oder 70 Stunden in der Woche zu arbeiten. Zudem müsse die Infrastruktur auf dem Land für die ganze Familie stimmen. „Wir brauchen Kindertagesstätten und Schulen.“

hil/dpa

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