Ausland

Onkologe behandelt Hantavirus: „Ich bin irgendwie in die Rolle des Schiffsarztes hineingerutscht“

  • Freitag, 8. Mai 2026
/picture alliance, Anadolu, Emin Yogurtcuoglu
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Atlanta – Vom Onkologen zum Infektiologen: Eigentlich wollte Stephen Kornfeld selbst auf der „MV Hondius“ Urlaub machen. Doch als auf dem Kreuzfahrtschiff mehrere Menschen an Hantavirus erkrankten, bot er seine Hilfe an und musste selbst als Schiffsarzt einspringen, wie er dem Nachrichtensender CNN berichtete.

„Als ich Ende April hörte, dass ein Patient krank war, bot ich meine Hilfe an“, so Kornfeld. Da habe er erfahren, dass der eigentliche Arzt krank sei. Dieser und zwei weitere Patienten wurden später vom Schiff evakuiert. „Ich bin irgendwie in die Rolle des Schiffsarztes hineingerutscht,“ sagte Kornfeld, der weiterhin an Bord der MV Hondius ist, der CNN.

Während eine Patientin unspezifische Symptome wie Verwirrtheit und Schwäche gehabt habe, wiesen die anderen beiden Personen eher typische virale Symptome auf: Fieber, Fatigue und ein Erythem.

Aufgrund des Verdachts einer viralen Infektion habe der neue Schiffsarzt von Beginn an versucht, sich mit Masken und Kleidung zu schützen. „Als wir herausgefunden haben, dass es das Hantavirus ist, habe ich zusätzlich direkt Schutzbrille und -schürze getragen.“

Mittlerweile sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) acht Krankheitsfälle registriert, bei denen sich in fünf das Hantavirus bestätigt hat. Die erkrankten Personen befinden sich in medizinischer Versorgung auf dem Festland. Eine deutsche Patientin wird zurzeit als Verdachtsfall im Uniklinikum Düsseldorf untersucht.

„Als sie auf dem Schiff waren, habe ich mir große Sorgen gemacht. Denn hier auf diesem Boot gibt es keinerlei Möglichkeit, jemanden in einem so kritischen Zustand zu versorgen“, erklärte Kornfeld im Interview.

Etwa 150 weitere Personen ohne Symptome sind aktuell noch auf dem Schiff isoliert. Kornfeld ist jedoch hoffnungsvoll, dass demnächst einige von ihnen das Schiff verlassen dürfen. „Die meisten Personen auf dem Boot sind bereits seit drei oder vier Wochen in Quarantäne.“

mim

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