Pflegepersonaluntergrenzen nun auch für die Neurochirurgie

Berlin – In der Neurochirurgie soll es ab dem 1. Januar 2024 festgelegte Pflegepersonaluntergrenzen geben. Das geht aus einer neuen Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hervor, in der diese Erweiterung vorgesehen ist. Das Papier liegt dem Deutschen Ärzteblatt vor.
Die Untergrenzen werden als maximale Anzahl von Patienten pro Pflegekraft festgelegt. Dabei wird zwischen Tag- und Nachtschichten unterschieden. Die Verordnung sieht vor, dass es in der Tagschicht eine 9-zu-1-Betreuung und in der Nachtschicht eine 18-zu-1-Betreuung geben muss.
Die Verordnung legt auch fest, welche Grenzwerte zwischen Pflegehilfskräften und der Gesamtzahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern nicht unterschritten werden dürfen. Für die Neurochirurgie gilt in der Tagschicht eine Quote von zehn Prozent, in der Nachtschicht von fünf Prozent.
Dem Ministerium zufolge stützt sich die Festlegung der Pflegepersonaluntergrenzen auf Verhältniszahlen, die auf der Grundlage der Datenauswertung des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) zur Weiterentwicklung der Pflegepersonaluntergrenzen ermittelt worden seien.
Mit der Einführung dieses neuen Bereichs würden nach Berechnungen des InEK voraussichtlich rund 93,5 Prozent aller Belegungstage von Pflegepersonaluntergrenzen abgedeckt, sodass „unerwünschte Personalverschiebungen weitgehend vermieden werden“ könnten, heißt es.
Das Ministerium hat die Grenzen der Pflegepersonaluntergrenzen bisher über den Weg einer Ersatzvornahme festgelegt, weil sich der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) nicht auf entsprechende Regelungen verständigen konnten.
Für pflegesensitive Bereichen gibt es bereits eine ganze Reihe von Untergrenzen für Pflegekräfte, wie zum Beispiel in der Intensivmedizin und pädiatrischen Intensivmedizin, Geriatrie, Allgemeinen Chirurgie und Unfallchirurgie, Inneren Medizin und Kardiologie.
Darüber hinaus gelten diese bereits für die Herzchirurgie, Neurologie, neurologische Schlaganfalleinheit, neurologische Frührehabilitation und Pädiatrie sowie der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Rheumatologie und Urologie.
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