Pharmabranche rechnet mit kleinem Wirtschaftswachstum

Berlin – Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, für 2027 sind 1,1 Prozent angepeilt. Das zeigt die Herbstprognose des Verbands. Demnach wird die Erholung vor allem von Exporten und staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur getragen. Private Investitionen und Konsum blieben dagegen schwach, hieß es.
Für 2026 erwartet der vfa einen Rückgang der Pharmaproduktion um 2,2 Prozent. „Der Beschäftigungsaufbau dürfte vorerst zum Stillstand kommen. Für das kommende Jahr zeichnet sich ein Rückgang der Investitionsausgaben ab“, schreibt der Verband. Für 2027 erwartet der vfa dann einen Produktionszuwachs von 4,3 Prozent.
„Die wirtschaftliche Erholung steht noch auf einem schwachen Fundament. Für einen dauerhaften Aufschwung müssten die Unternehmen mehr investieren”, erläuterte vfa-Chefvolkswirt Claus Michelsen. In der Pharmaindustrie verschärfe sich der Druck auf den Standort.
Die USA setzten gezielt Anreize, Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Gleichzeitig verringere das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz den finanziellen Spielraum für Investitionen in Forschung und Produktion am Standort Deutschland.
Die Bundesregierung hatte mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die Zwangsrabatte für die Arzneimittelhersteller erhöht. Der gesetzliche Herstellerrabatt für patentgeschützte Arzneimittel steigt zum Jahresbeginn von sieben auf 15,5 Prozent.
Im Gespräch ist aber eine Standortklausel, die dann greifen soll, wenn Unternehmen in Deutschland investieren. Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hatte gestern auf eine schnelle Umsetzung auf Bundesebene gedrängt. Die Belastungen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz treffen nach Einschätzung des vfa zunächst vor allem die Erträge und Investitionen der Unternehmen.
Michelsen betonte, die pharmazeutische Industrie habe lange Investitionszyklen. „Verlässliche politische Zusagen sind deshalb ein entscheidender Faktor. Die geplante Standortklausel muss zügig wirksam werden und Anreize für die Industrie in der Breite setzen. Wer in Deutschland forscht, produziert und investiert, braucht dafür dauerhaft wettbewerbsfähige Bedingungen.”
Auch Pharma Deutschland begrüßte den Beschluss der MPK. „Die Pharmabranche ist nicht nur Teil der Gesundheitsversorgung, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor“, sagte Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
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