Ärzteschaft

Positiver Trend bei der hausärztlichen Versorgung in Niedersachsen

  • Montag, 7. September 2026
/rocketclips, stock.adobe.com
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Hannover – Einen leicht positiven Trend bei der hausärztlichen Versorgung zeigen die aktuellen Zahlen der Bedarfsplanungsstatistik der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Im Gegensatz zu 2024 sind im vergangenen Jahr elf Hausärzte neu in das System der ambulanten Versorgung gekommen – damit ist die Anzahl der offenen Sitze erstmals seit einigen Jahren von 447 auf 436 gesunken.

Auch die Gesamtzahl der an der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist laut den Daten mit aktuell 17.110 gestiegen. Somit kamen 225 Ärzte und Psychotherapeuten im Vergleich zu 2024 hinzu, was einen leichten Zuwachs von 1,3 Prozent bedeutet.

„Die Abgangsraten durch die Babyboomer werden zukünftig noch weiter steigen. Das zeigt auch unsere Arztzahlprognose 2040. Deshalb brauchen wir dringend Strukturreformen – unter anderem etwa weniger Bürokratie und eine bessere Patientensteuerung. Da hilft das GKV-Spargesetz überhaupt nicht“, warnte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN.

Den steigenden Versorgungsbedarf könne man künftig nur zuverlässig decken, wenn die Politik für die richtigen Rahmenbedingungen sorge, so Barjenbruch. Dies umfasse weniger Bürokratie, die Abschaffung der Wirtschaftlichkeitsprüfungen und eine verlässliche Digitalisierung. Zudem brauche man verlässliche Arbeitszeitmodelle, planbare Vertretungsstrukturen und eine funktionierende digitale Infrastruktur.

Ohne die Praxen laufe in der Gesundheitsversorgung „so gut wie nichts“, mahnte auch der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende, Thorsten Schmidt, in Richtung Politik. Arztpraxen und Psychotherapeutenpraxen seien keine beliebig verfügbare Ressource – statt unausgereifter Sparvorschläge brauche man attraktive Rahmenbedingungen.

EB/aha

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