Reinhardt fordert mehr Engagement gegen umweltbedingte Gesundheitsbelastungen

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, fordert mehr Ehrgeiz beim Engagement gegen umweltbedingte Gesundheitsbelastungen.
„Geschätzt rund 300.000 Menschen in Europa sterben jedes Jahr wegen Feinstaubbelastungen der Luft“, sagte der BÄK-Präsident in einer neuen Folge des Podcasts „Sprechende Medizin“. Er begrüße daher die Initiative der Europäischen Kommission, bei der Überarbeitung der EU-Luftqualitätsrichtlinie die Grenzwerte für die Feinstaubbelastungen zu senken – fordert aber mehr Ehrgeiz.
Grund ist, dass die Kommission bei der Revision nicht dem Vorschlag der Weltgesundheitsorganisation von fünf Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter als Grenzwert folgen will, sondern einen doppelt so hohen Jahresgrenzwert anstrebt.
Ein weiteres umweltbezogenes Gesundheitsrisiko sind die zunehmenden Hitzewellen. „Besonders gefährdet sind ältere Menschen und solche mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen sowie Schwangere und Kleinkinder“, so Reinhardt.
Laut dem BÄK-Präsidenten ist ein nationaler Hitzeschutzplan auf Bundesebene dringend erforderlich. Auf Landes- und kommunaler Ebene sollten auf dieser Basis regional angepasste Hitzeschutzpläne koordiniert und umgesetzt werden. Ärztinnen und Ärzte aus Klinik und Praxis sollten bei der Ausarbeitung der Hitzeschutzpläne mitarbeiten.
„Vieles, was wir Menschen tun, belastet die Umwelt. Und die Veränderungen in der Umwelt belasten wiederum uns“, hieß es aus der Bundesärztekammer.
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