Politik

Rheinland-Pfalz: Präventionsambulanzen für psychisch Erkrankte sollen Straftaten vermeiden helfen

  • Freitag, 2. Oktober 2026
/picture alliance, Lehtikuva, Emmi Korhonen
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Mainz – In Rheinland-Pfalz nehmen zwei sogenannte Präventionsambulanzen ihre Arbeit auf – sie sollen psychisch Erkrankten frühzeitig helfen und dazu beitragen, Straftaten zu vermeiden. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit finanziert die Einrichtungen mit zunächst rund zwei Millionen Euro pro Jahr.

„Mit dem Start der Präventionsambulanzen wollen wir Menschen, bei denen aufgrund einer psychischen Erkrankung ein erhöhtes Risiko für fremdgefährdendes Verhalten besteht, möglichst frühzeitig erreichen und ihnen eine bedarfsgerechte, fachlich spezialisierte Behandlung anbieten“, erläuterte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD).

Die Expertise der forensischen Psychiatrien im Land werde so präventiv wirksam. „Damit setzen wir möglichst früh an und stärken zugleich die Vernetzung mit dem allgemeinen psychiatrischen Versorgungssystem“, so Hoch.

Das Angebot richtet sich an Erwachsene, bei denen eine psychische Erkrankung bereits diagnostiziert wurde oder ein solcher Verdacht besteht und deren Verhalten eine Straftat wahrscheinlich macht. In einem ersten Schritt wird geprüft, ob das Angebot für die jeweilige Person geeignet ist.

Auf dieser Grundlage wird gemeinsam mit den Betroffenen ein individuell zugeschnittener Behandlungsplan entwickelt. Die Behandlung soll dabei auf den jeweiligen Bedarf ausgerichtet und eng in das bestehende psychiatrische Versorgungssystem eingebunden werden.

Das Landeskrankenhaus und das Pfalzklinikum, beide Träger des Maßregelvollzuges, haben dazu eigene Konzepte für Präventionsambulanzen entwickelt.

„Entscheidend ist, Risiken frühzeitig und differenziert zu erkennen, individuelle Risikofaktoren zu reduzieren und gleichzeitig stabilisierende Ressourcen zu stärken. So können wir Menschen behandeln, bevor sich eine Krise weiter zuspitzt, und damit sowohl den Betroffenen helfen als auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz anderer leisten“, sagte der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Alexander Wilhelm.

hil

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