Ärzteschaft

Ärzte rufen nach mehr Schutz der Bevölkerung vor der Klimakrise

  • Montag, 9. Oktober 2023
/high_resolution, stock.adobe.com
/high_resolution, stock.adobe.com

Berlin – Organisationen aus Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen haben die Politik aufgefordert, im Bundes­klimaanpassungsgesetz (KAnG) die Bereiche Gesundheit, Pflege und Soziales stärker zu berücksichtigen.

„Der Klimawandel hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen“, warnte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK). Beispiele dafür seien Hitzewellen, die be­sonders für ältere Menschen und vulnerable Gruppen lebensbedrohlich sein könnten, steigende Opferzahlen durch Extremwetterereignisse und eine zunehmende Ausbreitung von Infektionskrankheiten.

„Unsere Gesundheits-, Sozial- und Pflegeeinrichtungen sind auf diese Herausforderungen nur unzureichend vorbereitet. Wir brauchen daher dringend ein Klimaanpassungsgesetz, das diesen Namen auch verdient“, so der BÄK-Präsident.

Als die „größte Gesundheitsbedrohung unserer Zeit“ bezeichnet Martin Herrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (Klug), den Klimawandel. „Der Fokus eines Klimaanpassungs­gesetzes muss deshalb besonders in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Soziales liegen, um die Menschen in Deutschland umfassend zu schützen“, forderte er.

Den Verbänden zufolge sollte das Gesetz unter anderem die zentrale Bedeutung eines krisenresilienten und reaktionsfähigen Gesundheits- und Pflegesektors für die Klimaanpassung stärker hervorheben, die Klimaresi­lienz der Einrichtungen und Dienste der freien Wohlfahrtspflege stärken, einen klaren gesetzlichen Rahmen für gesundheitlichen Hitzeschutz und Hitzeresilienz schaffen sowie eine niedrigschwellig zugängliche Finan­zierung für Klimaanpassungsmaßnahmen ermöglichen.

„Wir müssen langfristig denken und die für eine Klimaanpassung relevanten Kosten in unsere Finanzie­rungs­sys­teme des Sozial- und Gesundheitswesens integrieren“, sagte Franz Knieps, Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen.

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, forderte ein rasches Handeln: „Von entscheidender Bedeutung ist es, den Klimawandel einzudämmen und seine künftigen Auswirkungen zu begrenzen“, sagte sie.

Die Bundesregierung hatte den Entwurf des KAnG im Juli beschlossen. Hintergrund ist, dass ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gegenüber dem vorindustriellen Niveau nicht mehr vollständig zu ver­hindern sei. Das Gesetz soll daher die Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft gegenüber den bereits eingetretenen und künftig zunehmenden Klimaveränderungen in Deutschland stärken.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung