Ärzteschaft

Bundesärztekammer und Medizinstudierende wollen gegen Machtmissbrauch vorgehen

  • Freitag, 12. Juni 2026
/thodonal, stock.adobe.com
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Berlin – Machtmissbrauch und Übergriffigkeit im Gesundheitswesen sollen künftig sanktioniert und Teilnehmende bei Veranstaltungen besser geschützt werden. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen der Bundesärztekammer (BÄK) und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), das vorgestern stattgefunden hat.

Im Fokus des Austauschs standen die Berichte über Grenzverletzungen und sexualisierte Übergriffe beim 130. Deutschen Ärztetag (DÄT) in Hannover, über die das Deutsche Ärzteblatt ausführlich berichtet hatte. An dem Gespräch haben demnach auch die Medizinstudentinnen teilgenommen, die über die Vorfälle vor Ort berichtet hatten.

Einer gemeinsamen Mitteilung von BÄK und bvmd zufolge waren sich die Beteiligten einig, „dass es baldmöglichst klare Regeln, verlässliche Strukturen und wirksame Präventionsmaßnahmen braucht, um Grenzüberschreitungen wirksam zu begegnen“.

Unmittelbar nach dem diesjährigen Deutschen Ärztetag hatte die BÄK angekündigt, Maßnahmen einzuleiten, um eigene Veranstaltungen künftig sicherer zu gestalten. Bestehende Regelwerke sollen überprüft und weiterentwickelt werden.

Angedacht sind demnach verbindliche Verhaltenskodizes für Teilnehmende von Veranstaltungen, die Verankerung entsprechender Vorgaben in Satzungen und Geschäftsordnungen, Awareness-Konzepte für den Ärztetag und andere Veranstaltungen sowie unabhängige Vertrauenspersonen als niedrigschwellige Anlaufstellen für Betroffene.

Der Mitteilung zufolge begrüßten die Studierenden die Vorhaben und sagten zu, den Prozess konstruktiv begleiten zu wollen. Sie plädierten außerdem dafür, dass Machtmissbrauch, sexualisierte Belästigung und Übergriffe im Behandlungsverhältnis konsequent aufgearbeitet und klare Regelungen dafür etabliert werden müssen.

Meldestellen und Verhaltenskodizes müssten allgemein bekannt sein und nach einheitlichen und transparenten Vorgehensweisen operieren, so die Studierenden. Es müsse außerdem ein Kulturwandel stattfinden, der es zur Norm mache, Machtmissbrauch zu benennen, individuelles Verhalten zu reflektieren und sich gegenseitig zu verantwortungsvollem Verhalten anzuhalten.

Gesprochen haben BÄK und bvmd in diesem Zusammenhang auch über mögliche Schulungen in Führungspositionen. Beide Seiten unterstrichen, dass der Schutz vor Machtmissbrauch und Übergriffen eine dauerhafte Aufgabe bleibt. Der Wunsch vieler Akteure, sich dieses Themas nun zügig und lösungsorientiert anzunehmen, sei ausdrücklich begrüßt worden. BÄK und bvmd vereinbarten, zu diesen Themen in engem Austausch zu bleiben und gemeinsam den Dialog zu suchen.

nfs/EB

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