Fachverbände befürchten gravierenden Laborärztemangel

Berlin/Hannover – Der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI) und die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) haben vor einem dramatischen Mangel an Fachärzten für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie gewarnt.
In einem gemeinsamen Positionspapier forderten sie deshalb die Politik auf, den Stellenwert der Fachrichtung in der stationären Versorgung zu stärken. „Infektionskrankheiten sind weltweit auf dem Vormarsch und haben somit über die Medizin hinaus eine enorme gesamtgesellschaftliche einschließlich sozioökonomische Bedeutung“, heißt es darin.
Da die infektiologische Patientenversorgung nur zusammen mit mikrobiologischen Fachärzten möglich sei, gehören aus Sicht der Verbände fachärztlich geführte, medizinisch-mikrobiologische Labore zur Kernstruktur eines jeden Krankenhauses.
Vor diesem Hintergrund fordern die Verbände, schnellstmöglich spezifische Förderprogramme und zusätzliche Weiterbildungsangebote im Bereich der Medizinischen Mikrobiologie sowie der Hygiene und Umweltmedizin aufzulegen.
„Eine weitere Förderung der Zusatzweiterbildung Krankenhaushygiene ist dagegen nicht zielführend, da diese lediglich als Übergangslösung gedacht war bis ausreichend Fachärzte ausgebildet sind“, so das Positionspapier.
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