Reinhardt kritisiert Cannabislegalisierung als verantwortungslos

Berlin – Die von der Bundesregierung geplante Cannabislegalisierung wird von der Bundesärztekammer (BÄK) abgelehnt. Durch die Freigabe werde eine Droge verharmlost, die „nachgewiesenermaßen abhängig macht“ und gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schweren Entwicklungsschäden führen könne, warnte heute BÄK-Präsident Klaus Reinhardt.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe selbst öffentlich darauf hingewiesen, dass die Entwicklungsprozesse des Gehirns bis zum 25. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen seien und der Konsum von Cannabis diese Prozesse negativ beeinflussen könne, so Reinhardt.
Diese Schäden seien dauerhaft und blieben lebenslang wirksam. So steige beispielsweise das Risiko nachhaltiger kognitiver Funktionsdefizite, das Auftreten von Psychosen, Depressionen oder Angststörungen signifikant.
„Darauf haben zahlreiche Vertreter entsprechender wissenschaftlicher Fachgesellschaften in den vergangenen Monaten im Rahmen der öffentlichen Debatte um die Legalisierung von Cannabis laut und deutlich hingewiesen. Trotz dieser schweren gesundheitlichen Gefahren will Minister Lauterbach schon Achtzehnjährigen den legalen Zugang zu Cannabis ermöglichen.“
Dies sei „hochgradig verantwortungslos“. Wie Reinhardt betont, weist auch der Internationale Suchtstoffkontrollrat darauf hin, dass die Legalisierung von Cannabis zu mehr Konsum führe und das Risikobewusstsein mindere.
„Geradezu aberwitzig“ sei die Vorstellung, dass die kleinteiligen Vorgaben des Gesetzentwurfes wirksam kontrolliert werden könnten, so der BÄK-Präsident. Die „völlig lebensfremden Regelungen“ würden eben nicht den Jugendschutz stärken, sondern „staatlichen Kontrollverlust“ bewirken.
Die Bundesregierung ignoriere mit diesem Gesetzesentwurf alle Argumente der medizinischen Wissenschaft und der realen Erfahrung der Strafermittlungsorgane bewusst und damit fahrlässig. „Was wir brauchen, ist eine nüchterne und evidenzbasierte Drogenpolitik, die entschieden auf mehr Präventions- und Hilfsangebote setzt“, forderte Reinhardt.
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