Versorgungssicherung: Ärztekammer hält politische Weichenstellung für notwendig

Magdeburg – Es sind größere politische Weichenstellungen nötig, um die Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Das betonte die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt bei einem Treffen Anfang November.
„Gerade die Bundespolitik beschränkt sich in vielen Bereichen auf kleine Initiativen, wie die zweifelhafte Cannabis-Legalisierung oder Vorsorgeuntersuchungen in Apotheken“, sagte der Präsident der Kammer, Uwe Ebmeyer. Nötig seien aber Weichenstellungen, die das Gesundheitswesen zukunftsfähig absicherten, erklärte er.
Die Kammerdelegierten nennen dafür vier Bereiche: Wichtig sei zunächst eine solide und zielgerichtete Finanzierung. „An der medizinischen und insbesondere ärztlichen Versorgung der Bevölkerung darf nicht gespart werden“, so die Delegierten.
Zweitens sei es nötig, das Gesundheitswesen für den Nachwuchs attraktiv zu machen: Dafür sollte die Zahl der Medizinstudienplätze erhöht und die Arbeitsbedingungen für pflegerisches- und medizinisches Fachpersonal verbessert werden.
„Arztpraxen, Kliniken und andere Versorgungseinrichtungen, wie im Öffentlichen Gesundheitsdienst, müssen hierfür finanziell so aufgestellt werden, dass sie die wichtige Arbeit ihrer Fachkräfte angemessenen und konkurrenzfähig honorieren können“, so die Kammerdelegierten.
Sie fordern drittens eine „sinnvolle Digitalisierung“. Diese müsse „praxisrelevant, praxisnah und nutzerfreundlich sein“, um bestehende Versorgungsprobleme effizient zu lösen.
Außerdem fordern die Delegierten – viertens – weniger Bürokratie im Gesundheitswesen. „Trotz jahrelanger Forderung der Ärzteschaft und bekundetem Änderungswillen der Politik verdrängt Bürokratie heute mehr denn je die Zeit für eine sinnvolle Patientenversorgung“, kritisieren sie.
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