Politik

Reul schlägt Aufnahme von Gewalt gegen Gesundheitspersonal in Kriminalitätsstatistik vor

  • Montag, 15. Juni 2026
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen /picture alliance, Henning Kaiser
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen /picture alliance, Henning Kaiser

Berlin – Attacken gegen das Gesundheitspersonal in Deutschland sollten nach Ansicht des Innenministers von Nordrhein-Westfalen (NRW), Herbert Reul, künftig gesondert in der Kriminalitätsstatistik aufgeführt werden. Der CDU-Politiker verspricht sich davon einen besseren Überblick, wie groß das Problem ist.

„Die Angriffe auf Beschäftigte in Arztpraxen oder Krankenhäusern nehmen zu. Aggressionen von Patienten und ihren Angehörigen beschränken sich nicht mehr nur auf Sanitäter“, sagte Reul der Rheinischen Post. Erst wenn jeder verstehe, wie viele Menschen davon betroffen seien, wachse die Erkenntnis über Sicherheitsmängel.

„Es ist doch Wahnsinn, wenn ein Clan-Mitglied nach einem Angriff im Milieu im Krankenhaus stirbt und dann andere Clan-Mitglieder den Laden auseinandernehmen. Das geht so nicht, das darf niemand ignorieren“, so der Minister. „Mir ist aber auch klar, dass wir nicht jedes Krankenhaus mit Sicherheitsschleusen oder Polizei auf den Gängen schützen können.“

Als mögliche Maßnahmen nannte Reul spezielle Trainings wie etwa für Beschäftigte in Ausländerämtern, „wo sie lernen, keine Scheren oder andere spitze Gegenstände herumliegen zu lassen, wenn sie Kundenkontakt haben“. Darüber hinaus ließe sich über Alarmknöpfe sprechen, damit oder Personal von Kliniken und Arztpraxen die Polizei diskret und schnell alarmieren kann.

Vertragsärzte und Ärztekammern verlangen schon länger Maßnahmen gegen Angriffe auf Retter und medizinisches Personal. Eine Umfrage des Deutschen Ärzteblatts hatte gezeigt, dass zwei von drei Ärztinnen und Ärzten in ihrem Berufsalltag bereits Gewalterfahrungen gemacht haben. Die Bundesärztekammer (BÄK) hatte zuletzt ein Meldetool angekündigt.

Das Bundesjustizministerium (BMJV) arbeitet an einem Gesetz, das Strafen auf Übergriffe gegen Heilberufler und Mitarbeitende verschärfen und diese Berufsgruppen künftig explizit im Gesetz erwähnen will. Dafür gibt es weiter Zuspruch aus der Ärzteschaft.

dpa/may

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