PrEP wieder vermehrt genutzt, Einbruch wegen Lieferengpässen

Berlin – Die Anzahl der Menschen, die die Wirkstoffkombination Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil für die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) nutzen, ist im vergangenen Jahr in Deutschland wieder angestiegen. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) heute mit.
Demnach gab es Ende 2023 bundesweit schätzungsweise rund 40.000 PrEP-Nutzende in Deutschland. Das RKI wies aber auch darauf hin, dass die Zahl im Monat Dezember des vergangenen Jahres erstmalig seit der Coronapandemie wieder leicht rückläufig gewesen sei.
Dem RKI zufolge liegt das „vermutlich“ an bestehenden Lieferengpässen bei dem Medikament mit den Wirkstoffen Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin (TDF/FTC). TDF/FTC wird demnach sowohl für die PrEP als auch für die HIV-Therapie eingesetzt.
Der Rückgang der Zahlen gehe nach Informationen von HIV-Schwerpunktzentren sowie PrEP-Nutzenden daher sowohl auf Umstellungen bei Menschen mit HIV-Therapie auf alternative, nicht TDF/FTC-haltige HIV-Regime als auch auf PrEP-Unterbrechungen und Umstellungen beim PrEP-Einnahmeschema aufgrund des Lieferengpasses zurück, schreibt das RKI.
Es sei zu erwarten, dass sich der Rückgang in den Verordnungszahlen im Januar 2024 fortgesetzt habe. Das legten Auswertungen einer aktuellen im Rahmen der PrEP-Surveillance durchgeführten Befragung unter PrEP-Nutzenden zum Umgang mit den TDF/FTC Lieferengpässen nahe.
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