Sorgende Gemeinschaften: Niedersachsen fördert Pflegeprojekte

Hannover – Um die Versorgung und Betreuung von Pflegebedürftigen zu verbessern und pflegenden Angehörigen mehr Unterstützung zu bieten, starten in Niedersachsen die ersten „Gemeinsamen Modellvorhaben“. Weitere Anträge sind eingegangen.
Die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland bekommen demnach bis mindestens Ende 2028 eine finanzielle Förderung in Höhe von 785.000 Euro beziehungsweise 946.000 Euro. „Das Case- und Care-Management hat sich in den vergangenen Jahren in unserer Region etabliert und ist ein Erfolgsprojekt“, sagten die Landräte Uwe Fietzek aus der Grafschaft Bentheim und Marc-André Burgsdorf aus dem Emsland.
Erarbeitet wurde schon in den vergangenen Jahren ein Konzept, das die Entwicklung sorgender Gemeinschaften zum Ziel hat. Dafür werden ehrenamtliche Unterstützungsstrukturen mit professionellen Angeboten verknüpft. Für eine bessere Steuerung der unterschiedlichen Angebote aus dem Gesundheits- und Pflegebereich erhalten Patienten individuelle Unterstützung von Experten.
Ausprobiert werden neue Ansätze zur Gesundheitsförderung, zur Engagementförderung, also um Menschen für die „sorgende Gemeinschaft“ zu gewinnen, und zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle: Die Versorgungssteuerung soll von einer speziellen Software unterstützt werden und den Aufbau einer integrierten Pflege- und Sozialplanung ermöglichen.
In einer Evaluation des Vorgängerprojektes konnte bereits gezeigt werden, dass die Versorgung durch das Projekt sicherer und bedarfsgerechter geworden war und viele pflegebedürftige Menschen länger zuhause bleiben konnten. Es soll nun gezielt weiterentwickelt und erweitert werden.
„Unser Ziel ist es, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen künftig noch besser durch das komplexe System aus Pflege, Medizin und sozialen Unterstützungsangeboten zu begleiten“, so Fietzek und Burgdorf.
Gerade bei schwierigen Versorgungssituationen komme es darauf an, dass die verschiedenen Akteure, wie Haus- und Facharztpraxen, Krankenhäuser und Sozialdienste, aber auch ehrenamtliche Unterstützungsangebote gut zusammenarbeiteten und aus einer Hand koordiniert würden.
Profitieren könnten demnach über 11.000 Pflegebedürftige in der Grafschaft Bentheim und rund 26.000 im Emsland – mehr als die Hälfte werde zudem von pflegenden Angehörigen versorgt.
„Es freut mich sehr, dass wir mit dieser neuen Förderung einen wichtigen Beitrag leisten können, damit sich die pflegerische Versorgung in den niedersächsischen Kommunen weiterentwickelt“, äußerte sich auch der niedersächsische Sozialminister Andreas Philippi (SPD).
„Im Emsland und in der Grafschaft Bentheim wird Neuland beschritten, weil unterschiedliche neue Ansätze für die pflegerische Versorgung miteinander kombiniert und zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden – im Ergebnis wird die Versorgung der Pflegebedürftigen verbessert und auf mehrere Schultern verteilt, was auch pflegende Angehörige maßgeblich entlastet.“
Mit der Förderrichtlinie stellen das Land Niedersachsen und die Pflegekassen finanzielle Mittel für Projekte in ganz Niedersachsen zur Verfügung, um die Versorgung und das Lebensumfeld von pflegebedürftigen Menschen in den Kommunen weiterzuentwickeln. Weitere Anträge sind bereits eingegangen und werden geprüft.
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