Politik

Spahn bei Auftritt in Bergisch-Gladbach angefeindet

  • Montag, 31. August 2020
/picture alliance, Revierfoto
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Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist am Wochenende nach einem Termin in Bergisch-Gladbach angefeindet und beschimpft worden. Eine Ministeriumssprecherin sagte, Spahn habe versucht, mit den Demonstranten ins Gespräch zu kommen. Dies sei aber nicht möglich gewesen. Der Minister sei angeschrien und bespuckt worden.

Die Kreispolizei Bergisch Gladbach teilte mit, aktuell lägen „keine Erkenntnisse vor, dass Herr Spahn bespuckt worden ist“. Ein 39 Jahre alter Bergisch-Gladbacher habe Spahn be­leidigt, daraufhin sei Strafanzeige gestellt worden. Auf einem Video ist zu sehen, wie der CDU-Politiker mit Menschen sprechen will, diese ihn aber auspfeifen und anpö­beln.

„Wir müssen das Gespräch und den Dialog mit denen suchen, die unzufrieden sind mit un­serer Coronapolitik. Denn wir bleiben als Gesellschaft nur zusammen, wenn wir mit­einan­der reden“, sagte Spahn der Rheinischen Post.

Politik habe die Wahrheit nicht gepachtet, Diskussionen gehörten zur Demokratie. „Sie funk­tionieren aber nur, wenn beide Seiten bereit sind, zuzuhören. Aber wenn geschrien, ge­spuckt und gepöbelt wird, geht's halt leider nicht.“

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, verurteilte die Tat der Demonstranten als „ganz übeles Verhalten“. „Wer einen Politiker nur beschimpft und sogar bespuckt, will ganz sicher keinen demokratischen Dialog“, sagte er.

Spahn sei jemand, der bereit sei, zu sprechen. Das Verhalten der Menschen habe aber klar gemacht, dass das nicht das sei, was gewollt sei. „Die Menschen wollten eine ‚brachiale Form‘ des Protests“, der „nirgends hinführt“.

Die zuständige Kreispolizei in Bergisch Gladbach machte heute Morgen zunächst keine Angaben zu dem Fall, kündigte aber eine Mitteilung an.

Erst in der vergangenen Woche war Spahn bei einem Auftritt in Wuppertal gestört wor­den. Zwei Personen hatten laut Polizei sein Auto blockiert und seien wegen Nötigung angezeigt worden.

Anm. d. Red.: Die Meldung wurde aktualisiert.

dpa/may

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