Tarifverhandlungen für MFA in den Januar vertagt

Berlin – Die für kommende Woche geplante vierte Tarifrunde für Medizinische Fachangestellte (MFA) findet nicht statt. Der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) teilte heute mit, sich aus mehreren Gründen entschieden zu haben, die Verhandlungen bis Januar zu unterbrechen.
Die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte (AAA), die bei den Tarifverhandlungen die ärztlichen Arbeitgeber vertritt, bedauerte dieses Vorgehen ausdrücklich. In den bisherigen Verhandlungsrunden habe man „deutliche Annäherungen“ erreichen können. Zudem stimmen beide Tarifparteien darin überein, dass es notwendig ist, insbesondere die Gehälter in den unteren Gehaltsgruppen spürbar anzuheben.
„Wir haben um eine Denkpause gebeten, weil die Verhandlungen im Moment festgefahren sind“, erklärte vmf-Präsidentin Hannelore König. Die von der AAA erklärte „deutliche Annäherung“ sei aus Sicht des vmf nicht gegeben.
Die vmf-Tarifkommission habe bezüglich der Verhandlungen nur einen begrenzten Spielraum gegeben: Der Tarifabschluss für die Berufsanfängerinnen und -anfänger sollte nach ihrer dreijährigen Ausbildung oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns für Pflegehilfskräfte mit einjähriger Ausbildung bleiben. Dieser liegt ab 1. Mai 2024 bei 16,50 Euro brutto pro Stunde.
Ebenso sei es dem Verband wichtig, die Struktur im Gehaltstarifvertrag mit den Tätigkeitsgruppen auch für Kollegen mit langjähriger Berufserfahrung zu erhalten. Auch das sei in dem vorliegenden Angebot nicht gegeben.
„Wir sind nach wie vor zur Fortsetzung der Verhandlungen bereit und haben die AAA aufgefordert, ihr Angebot zu überdenken. Sonst fürchten wir, dass die MFA in den Praxisteams im kommenden Jahr mit den Füßen abstimmen und noch mehr Berufsangehörige ihren Beruf verlassen“, so König.
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